Branche in Turbulenzen - „Nerven liegen blank“
Mit einigen Billigfliegern ist bald Schluss

Der Wettbewerb der Billigflieger kennt derzeit nur einen Gewinner: die Fluggäste. Sie profitieren von einer Preisschlacht, die mittlerweile auch zu Langstreckenpreisen unter 100 Euro führt. In Deutschland, dem größten Flug- und Reisemarkt Europas, spitzt sich die Billigflugkonkurrenz für etliche Anbieter zu.

HB FRANKFURT. Das Angebot wächst ungebremst, ohne dass die Nachfrage überall im gleichen Maße Schritt hält. „Auf dem deutschen Markt werden bald einige Fluggesellschaften ausscheiden“, sagt der Luftfahrt-Experte Christoph Brützel.

In Großbritannien ist der Markt aufgeteilt zwischen der irischen Ryanair und der britischen Easyjet, den führenden Billiganbietern in Europa. In Deutschland steht die Marktbereinigung noch bevor: Hier folgt Easyjet jetzt den Iren, und zwar nicht auf Regionalflughäfen, sondern an großen Standorten wie Berlin, Köln-Bonn, Dortmund und vielleicht auch Hannover und anderswo. Hinzu kommt, dass die Billiganbieter in ihrem Wachstumsdrang nicht nur Städte, sondern auch beliebte Mittelmeer-Urlaubsziele wie Mallorca ansteuern. Das bringt die Ferienfluggesellschaften in Not. „In den Chefetagen liegen die Nerven blank, kaum einer kann sicher sein, dass er überlebt“, sagt der Manager einer Billigfluglinie.

Die von Verlusten geplagte Condor, Tochter des Reisekonzerns Thomas Cook, offeriert zwar Langstreckenflüge ab 99 Euro - und mobilisiert damit andere Ferienfluggesellschaften gegen sich. Die für einen Erfolg notwendigen Kostensenkungen sind bei Condor aber erst teilweise realisiert. Im Umfeld der beiden Cook-Eigner Lufthansa und Karstadt-Quelle heißt es, das Überleben von Condor sei keineswegs gesichert. Intern werde erste Kritik am Vorgehen der Cook-Führung bei Condor laut.

Auf der Langstrecke will sich auch die amerikanische ATA von Köln-Bonn aus bald versuchen. Die deutsche LTU kündigte prompt an, dagegen zu halten, auch wenn dies nicht rentabel sei. „ATA wird starten und die Preise kaputt machen, nach einem Jahr das ganze aber einstellen, weil man damit kein Geld verdient“, prognostiziert Unternehmensberater Brützel. „Aber andere können mitgerissen werden.“

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