Branche stark fragmentiert
Personalberater hoffen auf Trendwende

Die Umsatzverluste der Branche werden geringer.

tel KÖNIGSWINTER. Seit drei Jahren leidet die Branche der Personalberater unter der mangelnden Nachfrage von Unternehmen nach Fach- und Führungskräften. In diesem Jahr hofft sie nun, den Umsatz mit Suchaufträgen wenigstens stabil halten zu können. Diesen Ausblick gab Joachim Staude, Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), gestern beim 6. Deutschen Personalberatertag in Königswinter.

760 Mill. Euro haben die Personalberatungen in Deutschland im vergangenen Jahr umgesetzt, 9,5 % weniger als 2002. Dass sich der Rückgang verlangsamt – 2001 und 2002 verlor der Markt 19,5 % beziehungsweise 18,5 % - gibt Staude Hoffnung: „Der Wendepunkt scheint erreicht, auch wenn die ersten Monate noch keinen Anlass zum Jubeln geben“, sagte er.

Die Branche ist weiterhin stark fragmentiert, wie die aktuelle Branchenumfrage des BDU zeigt. Trotz Umsatzrückgang blieb die Zahl der Unternehmen (1 840) und Berater (5 000) nahezu unverändert. „Freigesetzte Berater und ehemalige Führungskräfte aus Industrie und Wirtschaft suchen ihre Chancen in der Selbstständigkeit und verschärfen so den harten Wettbewerb“, beschreibt Wolfgang Lichius, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Personalberatung die Situation. Das drückt auch die Honorare: Nicht selten würden neue Marktteilnehmer ihre Dienstleistung zu Dumpingpreisen anbieten, um im Wettbewerb Fuß zu fassen, sagt Lichius.

Es sei für die Personalberater schwieriger geworden, geeignete Kandidaten zu finden, heißt es beim BDU. Stellten in den Boomjahren 1999 und 2000 noch die horrenden Gehaltsvorstellungen ein Problem dar, so sei nun mangelnde Flexibilität ein Problem. „Ein großer Teil der Führungskräfte ist wenig bis überhaupt nicht mobil, weil auch die Familie häufig nicht bereit ist, umzuziehen“, meint Staude.

Kerngeschäft der Personalberater ist mit rund 79 % Umsatzanteil nach wie vor die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften. Der Rest entfällt auf Bereiche wie Personal- und Karrieremanagement aber auch die Vermittlung von so genannten Managern auf Zeit (Interim-Management) oder die Beratung bei der Entlassung von Mitarbeitern (Outplacement).

Haben im vergangenen Jahr noch viele Experten erwartet, dass die Personalberater solche Geschäftsfelder ausbauen, um der Flaute entgegen zu steuern, zeigt die Umfrage nun, dass sich die Unternehmen mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentriert haben.

Die größte Nachfrage nach Personalberatungsdienstleistungen kam 2003 wie schon im Vorjahr aus der verarbeitenden Industrie (42,1 % des Branchenumsatzes). Allerdings habe die Nachfrage auch hier absolut gesehen abgenommen, sagt Staude. Zu den größten deutschen Personalberatungen, die dem BDU ihre Umsätze mitgeteilt haben, gehörten im Jahr 2003 Firmen wie Kienbaum (41,5 Mill. Euro), Egon Zehnder (34,7) und Ray & Berndtson (32,1).

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