Branchen-Experten sind skeptisch Hotel-Kette Sofitel soll Luxus bieten

Der französische Hotel-Konzern Accor will sein Markenportfolio aufwerten. Die Hotel-Kette Sofitel, bisher für anspruchsvolle Geschäfts- und Urlaubsreisende angesiedelt, soll nun im Luxus-Segment positioniert werden.

PARIS. „In diesem von US-Hotels dominierten Sektor fehlt ein europäischer Spieler“, sagte Accor-Chef Gilles Pelisson vor der Presse. Er hält den Luxus-Anspruch der Sofitel-Häuser für realistisch und zog einen Vergleich zum Autohersteller Audi: „Audi hat es auch überzeugend in die Oberklasse geschafft.“ Unterhalb von Sofitel will Accor die Marke „Pullman“ wiederbeleben, die Business-Kunden ansprechen soll. Bis 2015 sollen 300 Pullman-Hotels geschaffen werden.

Branchen-Experten sind allerdings skeptisch, ob der Ketten-Riese die immer anspruchsvollere Luxus-Kundschaft erreichen wird. „Sofitel hat in Deutschland es bis heute nicht geschafft, sich im Luxus-Segment zu etablieren“, meint Maria-Pütz-Willems, Herausgeberin des Branchendienstes Hospitality Inside. Andere Ketten wie Maritim seien auch daran gescheitert, sich im hart umkämpften Luxus-Segment zu etablieren, in dem sich Häuser wie Ritz Carlton (eine Tochter des US-Riesen Marriot oder Hyatt tummeln. Und die Experten des Brokers Exane stuften zwar die Accor-Aktie herauf, sehen die Hauptchancen des Konzerns aber im Ausbau des Economy-Sektors in Europa.

Accor ist weltweit der zweitgrößte Hotelbetreiber, der 3800 Häuser betreibt und 170 000 Menschen beschäftigt. Zum französischen Konzern gehören die Marken Ibis, Etap, Formule 1 (Economy) und Novotel, Mercure, Suite Hotel sowie Sofitel (drei bis fünf Sterne Hotels).

Accor-Chef Pélisson hat den Konzern auf seine Kernbereiche Hotels und Service (Ticket Re-staurant) zurück gestutzt und sich von Randbeteiligungen wie dem Club Med oder den Reisebüros getrennt. Dazu verkauft Accor zunehmend die Hotel-Gebäude, um sich auf den Betrieb der Häuser zu konzentrieren. Dies bindet weniger Kapital. Diesen Strategieschwenk hatte Accor vorgenommen, nachdem der US-Immobilien-Spezialist Colony Capital mit über zehn Prozent eingestiegen war. Accor will das durch Verkäufe frei werdende Kapital an die Aktionäre ausschütten und bis zum Jahr 2010 rund 200 000 neue Hotel-Zimmer schaffen.

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