Branchen-Konjunktur zieht nicht an
Dienstleister können noch nicht glänzen

Während der Aufschwung in der Industrie langsam an Fahrt gewinnt, hinkt der Dienstleistungssektor Deutschlands und der Euro-Zone der Entwicklung noch hinterher.

HB BERLIN. Der Reuters-Service-Index für Deutschland stieg nur minimal auf 53,3 von 53,2 Punkten im März, wie das Forschungsinstitut NTC am Mittwoch mitteilte, das den Index für Reuters ermittelt. „Das ist ein bisschen glanzlos“, kommentierte Mark Ramsden, Analyst bei Stone & McCarthy. Vor allem der Zuwachs bei den Neuaufträgen konnte sich nicht beschleunigen. Zudem trieben auch im Dienstleistungssektor teure Rohstoffe die Einkaufspreise hoch, was Banken-Experten zufolge Investitionen bremst und damit letztlich Neueinstellungen verhindert.

In der gesamten Euro-Zone beschleunigte sich das Wachstum im Dienstleistungs-Sektor ebenfalls kaum. Der Service-Index für das Währungsgebiet stieg auf 54,5 von 54,4 Punkten. Werte über 50 signalisieren einen Zuwachs, Werte darunter einen Rückgang der Geschäftstätigkeit. Der Einkaufsmanagerindex (EMI) für die deutsche und die europäische Industrie hatte am Montag eine deutlich schwungvollere Erholung signalisiert.

Jan-Paul Ritscher von der HSH Nordbank warnte aber davor, das schwächere Abschneiden der Dienstleister überzubewerten. Die konjunkturellen Ausschläge bei der Industrie seien immer größer als im Service-Bereich: „Wichtig ist die Grundtendenz, dass es auch bei den Dienstleistern langsam bergauf geht.“ Chris Williamson, Chefvolkswirt von NTC, sagte, der deutsche Service Index liege immerhin seit neun Monaten im Wachstumsbereich über 50 Punkten, auch wenn die Zuwachsraten der vorangegangenen Monate nicht hätten gehalten werden können. Dafür sei in erster Linie das schwache Verbrauchervertrauen verantwortlich.

Die rund 500 befragten Einkaufsmanager gaben an, dass der Auftragsbestand erneut gesunken sei. Das Neugeschäfts stagnierte nahezu. Außerdem wurde wie in den letzten gut zwei Jahren Personal abgebaut, allerdings in einem langsameren Tempo. Ihre Geschäftsaussichten für die nächsten zwölf Monate beurteilten die Einkaufsmanager ähnlich optimistisch wie im März. Zum privaten Service-Sektor zählen Branchen wie Hotels, Transport und Banken. Öffentliche und private Dienstleister erwirtschaften mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes in Deutschland.

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