Branchenverband reagiert auf Skandale
Geldtransporteure passen besser auf

Die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) will neue Sicherheitsstandards in der Geldtransporterbranche einführen. Außerdem sollen die Mitgliedsfirmen stärker als bisher kontrolliert werden. Darauf einigten sich die Unternehmen am Mittoch auf ihrer Mitgliederversammlung. Details sollen spätestens bis März ausgearbeitet sein.

HB FRANKFURT. Der Branchenverband reagiert damit auf mehrere Fälle von Untreue und Unterschlagung, deren spektakulärster der Heros-Skandal war. Die Heros-Manager müssen sich seit Dienstag vor Gericht verantworten, weil sie Kunden um rund 250 Mill. Euro geprellt haben sollen. Als Gründe für die wiederholten Skandale hatten Experten immer wieder mangelnde Kontrollen und Dumpingpreise genannt. Deshalb sollten künftig auch die Kunden ihre Geldströme täglich kontrollieren, fordert der BDGW. „Wir wollen aber auch bei uns die Zügel anziehen“, so der BDGW-Vorsitzende Hans-Jürgen Kröger.

Künftig sollen Wirtschaftsprüfer die Bilanzen der rund 150 Mitgliedsunternehmen prüfen. Außerdem sollen Externe mindestens einmal im Jahr unangemeldete Stichproben bei den Unternehmen durchführen und kontrollieren, ob der Bargeldbestand mit den Unterlagen übereinstimmt. Überweisungen und Auszahlungen von Kundengeldern sollen stets von einer zweiten Person gegengezeichnet werden. Nur noch jene Unternehmen sollen auf der BDGW-Webseite stehen dürfen, bei denen für Kunden eine „99-prozentige Sicherheit“ bestehe. „Die Selbstregulierung wird aber nicht reichen“, sagte Kröger, „wir werden auch gesetzliche Regeln haben müssen“. Unklar ist, wer die höheren Standards bezahlen soll. „Eine kleine Firma kann sich keinen Wirtschaftsprüfer leisten“, moniert ein Insider.

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