Brandschutz und Co.: Die lange Mängelliste des Berliner Flughafens

Brandschutz und Co.
Die lange Mängelliste des Berliner Flughafens

Seit 2006 wird am Großprojekt Flughafen Berlin-Brandenburg gebaut. Die Liste der Mängel ist lang – und scheint immer weiter anzuschwellen, umso genauer die Öffentlichkeit hinschaut.
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DüsseldorfEs gibt an der Baustelle des Flughafens Berlin-Brandenburg nicht nur eine technische Tragödie. Eine Übersicht des Landesamts für Arbeitsschutz des Landes Brandenburgs liest sich grausam. Bereits vier Arbeiter haben ihren Einsatz für das im September 2006 begonnene Großprojekt mit dem Leben bezahlt. Einer geriet unter eine Walze, ein anderer wurde von einer herabstürzenden Baggerschaufel erschlagen, zwei Arbeiter stürzten in den Tod.

In der langen Mängelliste rund um den Flughafen wird daran nur selten erinnert. Zu überwältigend sind die Fehler bei der Planung, dem Bau und der Aufsicht, die mittlerweile zur Verschiebung des Eröffnungstermins um mehrere Jahre geführt haben. Die gesamte Ausschreibung des Terminal-Baus hatte zweimal stattfinden müssen, da es bei der ersten Runde kein preislich akzeptables Angebot gegen hatte.

Beim Bau sind dann teils simple Dinge schief gegangen oder nicht genug kontrolliert worden. Der mittlerweile abgelöste Gesamtprojektleiter Joachim Korkhaus berichtete Berliner Abgeordneten nach der Terminverschiebung im Mai: „Es gibt Treppenhäuser, da ist das Treppengeländer zu 90 Prozent verlegt und plötzlich fehlen fünf Meter.“ Es war der Überblick verloren gegangen, welche Restarbeiten an diversen Aufträgen aus welchen Gründen nicht abgearbeitet wurden.

Und immer wieder tauchen angesichts der immensen öffentlichen Aufmerksamkeit Gerüchte über weitere Pannen auf. Auf Sand seien die neuen Terminals gebaut, was zum Wegsacken der Gebäude führte. Auch der Terminal sei betroffen. Beides wurde von der Flughafengesellschaft dementiert. Von Überflutungen der Start- und Landebahnen war die Rede, was von der Flughafengesellschaft ebenfalls zurückgewiesen wurde. Es sei „zu keiner Zeit zu Überflutungen“ gekommen.

Dann gibt es die wirklich dokumentierten großen Schnitzer. Sie betreffen vor allem die Entrauchungsanlage, die im Brandfall Qualm und giftige Dämpfe absaugen und nach außen transportieren soll. Kotthaus sagte im Mai vergangenen Jahres: „Immer mehr kamen die Firmen und haben festgestellt, dass das Gebaute unter der Decke oder das, was sie noch bauen sollten, auf dem Plan anders dargestellt war. Das heißt, es musste nachgearbeitet werden, und es kam zu Verzögerungen.“

Zeitweise wurde davon geredet, Aushilfen einzustellen, die nicht automatisch schließende Brandschutztüren schließen sollten, um eine rasche Betriebsaufnahme zu gewährleisten.

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