Brasilien-Pläne
Carrefour muss Rückschlag einstecken

Ursprünglich hatte die brasilianische Regierung dem Einzelhandelsriesen Carrefour ihre Unterstützung zugesichert - doch jetzt hat sie sich von dem Deal zurückgezogen. Das schwächt die Position des Handelskonzerns in Brasilien enorm.
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Sao PauloDie brasilianische Regierung werde ihre finanzielle und politische Unterstützung für die umstrittene Fusion der brasilianischen Carrefour-Sparte mit dem größten einheimischen Einzelhändler Grupo Pao de Acucar (GPA) zurückziehen, sagte ein ranghoher Mitarbeiter von Präsidentin Dilma Rousseff am Montag (Ortszeit) zu Reuters. „Es besteht eine gewisse Enttäuschung darüber, wie der Deal eingefädelt wurde.“ Das Kabinett habe sich deshalb gegen eine weitere Unterstützung über Brasiliens Nationale Entwicklungsbank entschieden.

Der französische Carrefour-Rivale und GPA-Großaktionär Casino war ebenso wie die brasilianische Öffentlichkeit Sturm gegen das Geschäft gelaufen. Ein Regierungssprecher lehnte eine offizielle Stellungnahme ab. Ein Sprecher von GPA war vorerst nicht für einen Kommentar zu erreichen. An der Pariser Börse sorgte die Nachricht für Verluste: Der Aktienkurs von Carrefour gab mehr als drei Prozent nach und war damit der größte Verlierer im Pariser Leitindex.

Von dem Rückzug der Regierung könnte am Ende der Carrefour-Rivale Casino profitieren, der als Anteilseigner von GPA zuletzt mit einer Blockade der geplanten Fusion gedroht hatte. Mit der Expansion in Brasilien wollen beide französischen Konzerne die Schwäche auf dem Heimatmarkt ausgleichen. Sollte Carrefour die Fusion dennoch gelingen, würde in Brasilien ein neuer Branchenprimus entstehen: Mit einem jährlichen Umsatz von umgerechnet mehr als 30 Milliarden Euro und 212.000 Mitarbeitern wäre es das größte private Unternehmen in dem aufstrebenden Schwellenland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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