Brau-Standort Dortmund bleibt stark gefährdet
Einwegpfand lässt Radeberger schrumpfen

Die zum Bielefelder Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr wegen ununterbrochen rückläufiger Einweg-Umsätze erhebliche Einbußen bei Absatz, Umsatz und Gewinn.

ire DORTMUND. Ulrich Kallmeyer, Vorstandsvorsitzender der Radeberger Gruppe AG, berichtete am Donnerstag vor Journalisten in Dortmund, dass der Bierabsatz bei der drittgrößten deutschen Braugruppe voraussichtlich um 2 Mill. auf 9 Mill. Hektoliter im Jahr 2003 zurück gehen werde. Allein im ersten Halbjahr habe die Radeberger Gruppe (Marken: Binding, Henninger, Clausthaler) fast 500 000 Hektoliter Absatzvolumen verloren. Das entspricht dem Ausstoß einer größeren deutschen Brauerei. Die Zuwächse im Mehrwegbereich von 175 000 Hektolitern konnten die Verluste nicht kompensieren.

Im ersten Quartal 2003 litt auch der Jahresüberschuss von Radeberger der sich von 4,7 Mill. auf 2,8 Mill. Euro einbrach. „Wir verlieren überproportional, weil wir überproportional einweglastig sind“, sagte Kallmeyer.

Insgesamt sollen von den rund 2 700 Mitarbeitern der Gruppe 100 gehen, 250 Beschäftigte sollen durch einen Wechsel vom Brauereitarif in den Erfrischungsgetränketarif auf durchschnittlich 17 % ihres bisherigen Nettoeinkommens verzichten. Besonders betroffen von den Einsparungen ist Dortmund, wo bei der einweglastigen Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) inzwischen 1 Mill. Hektoliter (von 3,5 Mill.) an Braukapazität brach liegen. „Die Zukunftsfähigkeit der DAB entfällt mit den wegfallenden Einweg-Mengen“, sagte Kallmeyer und machte damit den rund 400 DAB-Beschäftigten wenig Hoffnung auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Derzeit laufen Gespräche mit dem DAB-Betriebsrat unter anderem über flexiblere Arbeitszeiten und den angekündigten Tarifwechsel. Die Gewerkschaft NGG lehnt aber mit Hinweis auf den Flächentarifvertrag eine mögliche Sonderstellung der DAB gegenüber den anderen Brauereien in NRW ab.

Von den erhofften Einsparungen macht Kallmeyer abhängig, ob die Marken „Kronen“ und „Hansa“, für die 4 Mill. Euro in neues Leergut investiert werden, weiter in der DAB-Braustätte produziert werden. „Wild-West-Methoden“, kommentiert NGG-Gewerkschaftssekretär Manfred Sträter dieses Ansinnen.

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