Brauereien
SABMiller kämpft um Heineken

Die Zahl großer globaler Bierkonzerne könnte von vier auf drei schrumpfen. SABMiller will den holländischen Konkurrenten Heineken kaufen. Es wäre der nächste Schritt im großen Brauerei-Monopoly.
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London/AmsterdamBehalten die Niederlande ihre globale Biermarke? Die Frage steht im Raum, seitdem der Heineken-Konzern am Montagmorgen bestätigt hat, ein Übernahmeangebot des Brauereiriesen SABMiller erhalten zu haben. Wie hoch das Angebot des südafrikanisch-amerikanischen Konzerns war, teilten die Firmen nicht mit. Was vor einer Übernahme schützen kann, ist die Firmenstruktur des niederländischen Unternehmens: Etwas mehr als 50 Prozent der Firma liegen in den Händen der Familien Heineken und Hoyer.

Es ist eine Schlacht der Giganten, die sich abspielt: Heineken ist die drittgrößte Brauerei der Welt, SABMiller die Nummer zwei. In der offiziellen Stellungnahme haben die Niederländer die Idee vom noch größeren Brauriesen zurückgewiesen. Die Heineken-Familie habe SABMiller informiert, dass „das Erbe und die Identität von Heineken als unabhängige Firma“ erhalten werden sollen. Heineken ist an der Börse 34 Milliarden Euro wert, SABMiller knapp 70 Milliarden Euro. Weltmarktführer ist Anheuser-Busch InBev. Im Konzert der ganz Großen spielt sonst nur noch der dänische Carlsberg-Konzern mit.

Die Heineken-Aktie reagierte am Montagmorgen mit einem satten Kursplus von 4,3 Prozent auf die Nachricht und notierte in Amsterdam bei zwischenzeitlich 61,98 Euro. Rivale SABMiller legte in London sogar um 6,2 Prozent auf 3617,5 Pence zu.

In der Brauerei-Branche tobt seit vielen Jahren eine Fusionswelle. Der globale Marktführer AB InBev („Budweiser“, „Becks“) hat in den vergangenen zehn Jahren fast 100 Milliarden Dollar in Zukäufe von Corona bis Budweiser investiert. SABMiller ist quasi im Gleichschritt durch viele Fusionen gewachsen. Ein Kauf von Heineken würde vor allem in Schwellenländern zu einer stärkeren Position verhelfen.

Das Kaufangebot folgt laut der Nachrichtenagentur Bloomberg auch immer wieder geäußerten Gerüchten, dass SABMiller selbst von AB InBev geschluckt werden könnte. Allerdings könnte ein solcher Zusammenschluss vor allem in den USA auf Widerstand bei Kartellbehörden stoßen. AB InBev hat in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von 46 Prozent, SABMiller („Miller“, „Coors“) von 28 Prozent. Heineken kommt in den USA auf vier Prozent.

Auch ein Zusammenschluss von Heineken und SABMiller müsste wohl von Teilverkäufen begleitet werden, um das grüne Licht der Kartellwächter zu erhalten. Heineken besitzt vier der zehnt größten Premium-Biermarken der Welt, darunter etwa auch Amstel.

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Deutsche Brauer spielen global kaum eine Rolle

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