Braufactum-Braumeister Rauschmann: „Wir wollten unbedingt die ersten sein“

Braufactum-Braumeister Rauschmann
„Wir wollten unbedingt die ersten sein“

Radeberger ist die größte deutsche Braugruppe - und die erste, die Craftbeer nach Deutschland gebracht hat. Brauer Marc Rauschmann erklärt, wie ein Bier am besten schmeckt und wo er seine Ideen findet.
  • 0

Über die „Hobbythek“ ist Marc Rauschmann zum Brauen gekommen. Seine Leidenschaft hat er zum Beruf gemacht. Mittlerweile ist er promovierter Braumeister und leitet die Geschicke der Internationalen Brau-Manufactur, einer Tochter des Radeberger-Konzerns.

Im Interview mit Handelsblatt Online spricht er über die Anfänge des Craftbeer-Trends in Deutschland, und die größten Schwierigkeiten beim Brauen von ausgefallenen Bieren.

Handelsblatt: Vor fünf Jahren haben Sie mit der Radeberger Gruppe als erster großer Brauer in Deutschland eigenes Craftbeer gebraut. Was machen Sie mit Braufactum anders?

Rauschmann: Wir haben uns auf allen Stufen angeschaut, was man sinnvollerweise anders machen kann, um Bierkultur in all ihren Facetten für den Konsumenten zugänglich zu machen. Wir wollten etwas Neues reinbringen, überraschen, durchaus auch mal etwas Verrücktes probieren.

Beispielsweise haben wir eine Sorte, bei der  wir den Hopfen am Tag der Ernte einsetzen. Wir lagern einige Biere in Holzfässern. Unsere Gläser sind besonders. Und alleine unsere Kühlkette findet man derzeit bei keinem anderen Brauer in Deutschland.

Gerade im Craftbeer-Markt gibt es eine unwahrscheinliche Vielfalt an Bieren. Wie grenzt man sich da ab? Woher holen Sie ihre Inspirationen?

Wir sind zunächst einfach mal in die Länder gefahren, in denen gutes Craftbeer produziert wird – USA, Belgien, Italien. Da haben wir uns sehr viel Inspiration geholt. Wir waren damals sehr überrascht, dass trotz der mittlerweile globalisierten Welt niemand in Deutschland auf die Idee gekommen war, beispielsweise mal ein India Pale Ale (IPA) zu brauen. Als wir angefangen haben, gab es nur ein paar Importeure. Wir wollten darum unbedingt die ersten sein, die so etwas in Deutschland anbieten.

Mittlerweile hat der Craftbeer-Trend auch Deutschland erfasst. Kommt Ihnen das entgegen?

Das ist in Deutschland eine Entwicklung der letzten zwei Jahre. Wenn heute jemand ein IPA auf den Markt bringt, dann gibt es schon Kunden, die das kennen. Als wir vor fünf Jahren anfingen, kannte noch keiner Craft Bier oder einen Stil wie das IPA.

Damit ist es erst einmal einfacher, im Markt wahrgenommen zu werden, aber natürlich auch schwieriger, da man zunächst alleine diese Kategorie aufbauen muss. Insgesamt ist diese neue Vielfalt gut für die ganze Branche. Da wollen wir treibende Kraft bleiben.

Mit Braufactum sind Sie Teil des Radeberger-Konzerns. Schränkt die Größe Ihres Mutterkonzerns Ihre Kreativität irgendwie ein?

Im Gegenteil: Wir sind zwar groß, aber kein Konzern sondern ein Familienunternehmen. Es ist ja unser großer Vorteil als Start up zu agieren,  weit weg von Konzernstrukturen zu sein. Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH, mit der wir alle Biere brauen, die unter dem Namen Braufactum verkauft werden, ist eine völlig eigenständige Gesellschaft. Wir sind autark im Markt unterwegs.

Kommentare zu " Braufactum-Braumeister Rauschmann: „Wir wollten unbedingt die ersten sein“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%