Brief an die Mitarbeiter
ABN-Teilverkauf an Deutsche Bank offenbar vorerst geplatzt

Nach Ansicht des niederländischen Finanzinstituts ABN Amro ist der Verkauf von Teilen des Unternehmens an die Deutsche Bank offenbar vorerst geplatzt. Diese Ansicht teilte das Management den Mitarbeitern in einem Brief mit. Wie es nun weitergeht, ist offen.

HB AMSTERDAM/FRANKFURT. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Vereinbarungen nicht mehr in Kraft sind", schrieben der neue ABN-Chef Gerrit Zalm und der Leiter des niederländischen Geschäfts, Peter Schmittmann, an die Mitarbeiter. Der Brief lag Reuters am Mittwoch vor. Zalm und Schmittmann erklärten, sie hätten die Deutsche Bank darüber informiert. Das Frankfurter Institut wollte dazu aber nicht Stellung nehmen. Ein ABN-Sprecher wollte sich nicht äußern, ob der Verkauf nun vom Tisch sei oder neu verhandelt werden müsse.

Die niederländische Zentralbank hatte die Transaktion schon Ende September wegen der Finanzkrise auf Eis gelegt, nachdem einer der neuen ABN-Eigentümer, der belgische Finanzkonzern Fortis, teilverstaatlicht werden musste. Die Deutsche Bank hatte sich Anfang des Jahres mit Fortis auf den Kauf von Teilen von ABN Amro für 709 Mio. Euro geeinigt, unter anderem das Geschäftskunden- und das Mittelstandsgeschäft sollten an sie übergehen. Der Verkauf war eine Auflage der EU-Kommission im Zusammenhang mit der Milliardenübernahme von ABN durch Fortis, Santander und die Royal Bank of Scotland(RBS). Daran hatte sich Fortis aber übernommen.

Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wollte sich nicht zu dem Brief äußern. Er betonte aber, Kroes habe auf den Verkauf von Unternehmensteilen gedrängt, obwohl die Regierung in Den Haag die Integration von ABN Amro und des niederländischen Fortis-Arms vor einer für die Jahre nach 2011 geplanten Privatisierung vorantreibe.

Die Deutsche Bank hatte stets betont, wie sehr sie an einem Zustandekommen der Transaktion interessiert sei. Der Kaufpreis liegt unter dem Wert der übernommenen Teile, weshalb Analysten von einem Schnäppchen sprachen. Durch die Übernahme stiege das Geldhaus zur viertgrößten Mittelstandsbank in den Niederlanden auf.

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