Briefdienstleistungen im Wandel
A- und B-Post

Was aus der flächendeckenden Versorgung der Unternehmen und Verbraucher wird, wenn das Briefmonopol fällt. Eine Einsicht in die so genannte Post-Universaldienstleistungsverordnung.
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Sie ist ein Paradebeispiel für deutsche Gesetzgebung, die Post-Universaldienstleistungsverordnung, kurz: PUDLV. Verballhornt zur "Pudlvau", erheitert sie seit Jahren Fachleute wie Laien.

Von der Zukunft des Wortungetüms hängt viel ab. Denn in den sieben Paragrafen des Regelwerks geht es um die Versorgung von Bevölkerung und Unternehmen mit Briefdienstleistungen. Sie legen bis ins Detail fest, welche Gegenleistung die Deutsche Post bis heute für ihr Monopol gegenüber der Allgemeinheit erbringen muss ( im Juristenjargon: den sogenannten Universaldienst). Nun will Bundeswirtschaftsminister Michael Glos in der zweiten Hälfte dieses Jahres das Versorgungsniveau nach dem Fall des Briefmonopols festlegen und wer es künftig gewährleisten soll.

Der große Schnitt wird wohl ausbleiben. Eine "umfangreiche Änderung der PUDLV", heißt es bei Glos’ Beamten, sei "nicht zu erwarten“. So deutete Post-Chef Klaus Zumwinkel bereits vor knapp einem Jahr im Gespräch mit der WirtschaftsWoche an, dass er weiter etwa 12 000 Filialen betreiben werde. Kein Wunder - Zumwinkels Konkurrent Hermes, die Paket- und Logistiktochter des Hamburger Otto Versands, verfügt sogar schon über 13 000 Filialen. Diese sollen künftig neben Paketen auch Briefe annehmen, die dann vom Hermes-Partner und Post-Wettbewerber TNT befördert werden.

Die Versorgung der Bevölkerung ist ein Politikum. Denn obwohl jeder private Haushalt in Deutschland durchschnittlich nur 30 bis 35 Euro pro Jahr für Briefporto ausgibt, ist der Zugang zu Briefdienstleistungen für Alte, Behinderte oder Menschen in abgelegenen Gegenden stets ein Thema für Volksvertreter. Daher empfiehlt zum Beispiel die Bundesnetzagentur, die gegenwärtige Versorgung mit Briefkästen erst "zu einem späteren Zeitpunkt" auf den Prüfstand zu stellen. Damit dürfte es die derzeit 100 000 Briefkästen der Deutschen Post erst einmal weiter geben. Ein Streitthema sind jedoch Leerungszeiten und Lage.

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