Briefmarkt
Frankreich reformiert zögernd die Post

Der Staatskonzern und Noch-Monopolist La Poste bereitet sich auf die Liberalisierung des französischen Briefmarkts vor und wandelt sich zur Aktiengesellschaft. Im Visier der Franzosen: die gelbe Konkurrenz aus Deutschland.

PARIS. La Poste, die französische Post, bereitet ihre Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vor. Der Ex-Monopolist will damit konkurrenzfähiger werden und hat unter anderem die Deutsche Post im Visier. Hintergrund für die geplante Umstrukturierung von La Poste ist die vollständige Liberalisierung des Briefmarkts in Frankreich, die für 2011 vorgesehen ist. Dann soll auch das noch existierende Monopol für Briefe bis 50 Gramm aufgehoben werden.

"La Poste denkt darüber nach, ihre Geschäftsform zu ändern, aber bisher wurde der Regierung kein Projekt präsentiert", erklärte ein Sprecher der Gruppe und bestätigte damit Informationen der Tageszeitung "Le Monde". Demnach hat der Chef von La Poste, Jean-Paul Bailly, eine Studie zur Umwandlung der Gruppe von einem öffentlichen Serviceunternehmen in eine Aktiengesellschaft in Auftrag gegeben. Das Projekt werde seit einigen Monaten diskret verfolgt. Schon Anfang des kommenden Jahres könne über einen Gesetzesvorschlag debattiert werden. Zur Umwandlung könnte es 2009 oder 2010 kommen. Laut Wirtschaftsministerin Christine Lagarde ist allerdings noch nichts Konkretes entschieden.

Laut Schätzungen beträgt der Unternehmenswert von La Poste mindestens zehn Mrd. Euro. Die Post will bei der Kapitalöffnung zwei bis drei Mrd. Euro einnehmen. Das entspricht rund 20 Prozent des Kapitals. Damit soll die Modernisierung vorangetrieben werden. Mit einem Schuldenberg von 5,8 Mrd. Euro sieht sich La Poste gegenüber den Konkurrenten benachteiligt, ihr Wachstum zu finanzieren.

Noch ist allerdings nicht klar, wie genau die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft aussehen wird. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass der französische Staat mehrheitlich beteiligt bleiben wird. Die Frage ist, was mit dem restlichen Kapital bei einer Kapitalöffnung geschieht. Es könnte wie bei dem Elektrizitätsunternehmen EDF im Jahr 2005 zu einem Börsengang kommen, bei dem ein Teil der Aktien für die Angestellten reserviert bleibt. Eine Beteiligung der Angestellten von zwei oder 2,5 Prozent ist eine Möglichkeit. Nach und nach sind alle französischen Staatsunternehmen privatisiert oder teilprivatisiert worden, darunter auch France Télécom und Gaz de France (GDF) . Es bleibt nur noch die Staatseisenbahn SNCF.

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