Briefmonopol fällt 2007: Nischenanbieter jagen Post

Briefmonopol fällt 2007
Nischenanbieter jagen Post

Wenn Ende 2007 das Briefmonopol ausläuft, wird es die Deutsche Post mit zwei Kategorien von Konkurrenten zu tun haben. Zum einen gibt es wenige große Anbieter, die sich auch um das Massengeschäft bewerben, und zum anderen viele kleinere Spezialisten, die sich in Nischen profilieren.

ERKELENZ. Obwohl der Briefmarkt bereits weitgehend geöffnet worden ist, kommen größere Post-Wettbewerber wie die von Zeitungsverlagen getragene Pin Mail oder die holländische Post TNT bislang nur auf einen gemeinsamen Marktanteil von fünf Prozent.

Dagegen haben alternative Briefdienste, wie beispielsweise Jurex aus Erkelenz oder Direktexpress aus Ulm, im Markt für Postzustellungsaufträge (PZA), der förmlichen Zustellung von zum Beispiel Bußgeldbescheiden oder Gerichtsurteilen, einen gemeinsamen Marktanteil von 32,4 Prozent erobert.

Für den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, ist dies ein Vorzeigemodell. Für die ehemalige Regulierungsbehörde beweist der relativ große Markt mit einem Umsatz von 345 Mill. Euro bei knapp 70 Millionen Sendungen, was möglich ist, wenn alle Marktteilnehmer unter gleichen Bedingungen antreten.

Das Geheimnis des Erfolgs: Die Wettbewerber der Deutschen Post liegen mit ihrem Preis für einzelne PZA von durchschnittlich 4,40 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) durchweg unter dem Preis der Post von 5,60 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Die Kunden der Wettbewerber, also Gerichte, Verwaltungen und Behörden, dürften damit allein 2005 bis zu 30 Mill. Euro gespart haben, meint die Bundesnetzagentur.

Branchenkenner gießen allerdings etwas Wasser in den Wein von Behördenpräsident Kurth. Denn die Bundesnetzagentur hat den Hebel in der Hand: Sie ist es, die die Preise genehmigt. Und weil Wettbewerb gewünscht ist, dürfte sie einen Antrag der Post auf Portosenkung wohl ablehnen. Dies würde den Markt auf einen Schlag vernichten, sind Experten überzeugt.

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