Brillenhersteller
Hoffnungsschimmer für Rodenstock

Nach monatelanger Unsicherheit scheint bei den Bemühungen um eine Rettung des Münchener Brillenherstellers Rodenstock Hoffnung aufzukeimen. Gläubiger wollen 40 Millionen Euro zuschießen. Ein neues Konzept soll das Unternehmen auf eine gesunde Basis stellen.
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DÜSSELDORF. „Es zeichnet sich eine Lösung ab“, hieß es gestern in Verhandlungskreisen. Mehrere Beteiligte berichteten von einem Finanzierungskonzept, das die vom Eigentümer Bridgepoint eingeschaltete Beraterbank Leonardo ausgearbeitet hat. Sie bestätigten damit Informationen des „Manager Magazins“. Das Konzept sieht vor, dass Bridgepoint Eigentümer bleibt. Knapp die Hälfte der Rodenstock-Anteile soll aber an die mehr als ein Dutzend Gläubiger abgegeben werden. Diese würden im Gegenzug weitere 40 Millionen Euro in das unter seiner Schuldenlast fast zusammengebrochene Unternehmen stecken.

Das Konzept, das als „konsensfähig“ beschrieben wird, ist vorläufig. „Es gibt aber noch keine Einigung“, hieß es. Es sei geplant, noch dieses Jahr zumindest eine grundsätzliche Einigung zu erzielen. Eine Rodenstock-Sprecherin wollte dies nicht bestätigen, sagte aber, die Verhandlungen liefen gut.

Bridgepoint lehnte eine Stellungnahme ab. Der britische Finanzinvestor käme in dem Modell weitaus besser weg, als in der Vergangenheit spekuliert wurde. Offenbar müsste er nicht einmal mit frischem Kapital aushelfen.

Der einstige Familienkonzern Rodenstock war vom Rivalen Permira an Bridgepoint weitergereicht worden und ist hochverschuldet. Nur das Stillhalten der Banken sorgte dafür, dass Rodenstock nicht Insolvenz anmelden musste. Zuletzt konnte das Unternehmen vom weltweiten Aufschwung profitieren. Das operative Geschäft läuft gut.

Im Herbst war eine Lösung noch gescheitert. Rodenstock-Chef Olaf Göttgens verlor in der Folge seinen Job. Nachfolger Oliver Kastalio macht Beteiligten zufolge Druck, das Unternehmen endlich auf eine finanziell gesunde Basis zu stellen.

Die bislang bekannten Details des Leonardo-Konzepts würden allerdings nicht zwingend zu einer Entschuldung führen. Denn noch ist offenbar unklar, ob es sich bei zusätzlichen 40 Millionen Euro der Gläubiger um Eigenkapital handelt und diese im Gegenzug auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten („Hair-Cut“).

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent

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