Britischer Billigflieger will auch Köln/Bonn und Dortmund anfliegen: Easyjet greift in Deutschland an

Britischer Billigflieger will auch Köln/Bonn und Dortmund anfliegen
Easyjet greift in Deutschland an

Die Expansion der Billigfluglinien in Deutschland geht allen Warnungen zum Trotz weiter: Nach Informationen des Handelsblatts wird die britische Gesellschaft Easyjet ab Mai 2004 den intensiven Wettbewerb in Nordrhein- Westfalen weiter anheizen.

DÜSSELDORF. Wie es in Branchenkreisen heißt, wird Europas zweitgrößte Billiglinie erstmals den Flughafen Köln/Bonn anfliegen und den deutschen Anbietern Germanwings und Hapag-Lloyd Express (HLX) an ihrer Heimatbasis Konkurrenz machen. Darüber hinaus ist Easyjet an einer Basis in Dortmund interessiert.

Sprecher der Flughäfen Dortmund und Köln/Bonn bestätigten Verhandlungen mit Easyjet, nahmen aber zu Details keine Stellung. Ein Easyjet-Sprecher sagte, man betrachte NRW als sehr attraktiven Markt. Er machte aber ebenfalls keine konkreten Angaben.

Im Dezember hatten die Briten mitgeteilt, mit dem Start von sechs Flugzeugen ihre erste deutsche Basis in Berlin-Schönefeld zu errichten – eine Kampfansage an die kräftig expandierende Fluglinie Air Berlin. Easyjet wird die deutsche Hauptstadt ab 1. Mai mit elf europäischen Business- und Ferienzielen verbinden.

Im Vorjahr hatte die Fluggesellschaft den Kauf der defizitären Deutschen BA geplant. Sie ließ ihre Option jedoch verstreichen und musste die angezahlten 9 Mill. Pfund abschreiben. Als Grund für die Absage nannte Easyjet die deutschen arbeitsrechtlichen Bestimmungen, die das Billigkonzept der Gesellschaft untergraben würden.

Dass die Briten den deutschen Markt nun im Alleingang angreifen, kommt wenig überraschend. Easyjet hat bei Airbus 120 fabrikneue A319-Flugzeuge bestellt und vor diesem Milliarden-Deal ein jährliches Wachstumsziel von 25 % bis 2010 ausgegeben. Wenn diese Steigerungsraten nur annähernd erreicht werden sollen, müsse ein Großteil des deutschen Marktes erobert werden, betonen Analysten.

Dabei tritt sich die Konkurrenz im Lande bereits auf die Füße: Mit Air Berlin, DBA (früher Deutsche BA), Germanwings, HLX, Germania und Vbird kämpfen gleich sechs Billigairlines gegen die stark wachsenden Marktführer Ryanair und Easyjet. Darüber hinaus versucht Platzhirsch Lufthansa seinen Heimatmarkt mit eigenen Kampfpreisen zu verteidigen. Zwar sehen Luftfahrtexperten ein hohes Wachstumspotenzial für Billigflüge in Deutschland. Wegen der Vielzahl an Anbietern steht die Branche aber vor einem Verdrängungswettbewerb.

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