Britischer Handelsriese erwartet weiter Wachstum
Tesco sieht sich für den Preiskrieg der Supermärkte gerüstet

Es war mal wieder richtig Tesco-Tag: Der größte britische Handelskonzern bediente gestern die Branche erneut mit Superlativen. Umsatz und Gewinn der Tesco plc haben 2003 zweistellig zugelegt.

LONDON. Der Supermarktriese ist längst nicht nur Marktführer im Lebensmittelgeschäft, sondern inzwischen auch die am schnellsten wachsende Bekleidungskette Englands. Und Konzernchef Terry Leahy kündigte bei der Bilanzvorlage an, sein Unternehmen werde wie schon in den Vorjahren weltweit rund 20 000 Arbeitsplätze schaffen. In Großbritannien ist Tesco bereits mit mehr als 200 000 Mitarbeitern größter privater Arbeitgeber.

Allerdings droht Tesco daheim auch ein neuerlicher harter Preiskrieg. Ausgelöst worden ist dieser durch die Übernahme von Safeway durch den Rivalen William Morrison. Die millionenschweren Kampagnen werden nach Ansicht von Analysten auch Tescos unangefochtene Führerschaft schwerer machen. Der Aktienkurs des mit 19 Mrd. £ (rund 28 Mrd. Euro) bewerteten Börsenschwergewichts gab gestern nach.

Leahy wies diese Bedenken jedoch zurück: „Es gibt keinen Grund für Untergangsstimmung.“ Die meisten Analysten lobten zudem die Zahlen des Konzerns. Sie sprechen für sich: Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 18,7 % auf 33 Mrd. £. Der Vorsteuergewinn legte 22 % auf 1,7 Mrd. £ zu. Dieses Jahr dürfte der Konzern die 2 Mrd. £ beim Gewinn erreichen. Damit hätte Tesco in weniger als fünf Jahren den Gewinn verdoppelt.

Vor allem im Ausland legte das Unternehmen durch seine Expansion stark zu. Highlight war Asien, wo der Gewinn um 72 % stieg. Tesco kündigte an, im laufenden Geschäftsjahr weltweit 105 neue Märkte zu eröffnen. Vor allem in China will der Händler den Einstieg schaffen. Tesco ist bereits stark in Osteuropa, der Türkei, Irland und in Asien.

Allerdings sehen Analysten die schnelle Expansion im Ausland auch als Risiko. Tesco hat erst vor kurzem seine „Kriegskasse“ um umgerechnet fast 2 Mrd. Euro aufgefüllt. Leahy dämpfte gestern jedoch die Sorge, sein Unternehmen plane teure Zukäufe: „Es liegt keine große Übernahme in der Luft.“

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