British-Airways-Mutter

IAG kappt Pläne bis 2020

Der Brexit bereitet der British-Airways-Mutter IAG Probleme. Nach drei Gewinnwarnungen streicht Chef Willie Walsh nun auch die Pläne für Wachstum, Investitionen und Gewinn bis 2020 zusammen. Der Aktienkurs brach ein.
Flugzeuge von British Airways am Boden: Der Airline-Mutter IAG machen die Folgen des Brexits zu schaffen. Quelle: dpa
British-Airways-Mutter IAG

Flugzeuge von British Airways am Boden: Der Airline-Mutter IAG machen die Folgen des Brexits zu schaffen.

(Foto: dpa)

LondonDas Votum der Briten für einen Austritt aus der EU droht, die Gewinnpläne der British-Airways-Mutter IAG auch langfristig zu durchkreuzen. Nach drei Gewinnwarnungen seit dem Sommer strich Konzernchef Willie Walsh am Freitag auch seine Pläne für Wachstum, Investitionen und Gewinn in den Jahren bis 2020 zusammen. Auch bereits aufgegebene Bestellungen neuer Langstreckenjets bei Airbus und Boeing will das Management der International Airlines Group (IAG) noch einmal unter die Lupe nehmen, wie das Unternehmen beim Investorentag in London bekanntgab.

An der Börse wurden die Nachrichten mit Enttäuschung aufgenommen. Mit einem Kursverlust von 4,1 Prozent gehörte die IAG-Aktie um die Mittagszeit zu den Schlusslichtern im Londoner Leitindex FTSE 100. Zu IAG gehören neben British Airways auch die spanischen Fluglinien Iberia und Vueling sowie die irische Aer Lingus. British Airways leidet unter dem schwachen britischen Pfund, das seit dem Brexit-Votum Ende Juni im Verhältnis zum Euro rund 14 Prozent an Wert verloren hat.

Das sind die Renditekönige der Lüfte
Air Berlin
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Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft ist seit Jahren einer der größten Geldvernichter der europäischen Luftfahrt. Im vergangenen Jahr betrug die operative Marge minus 7,5 Prozent. Fehlende Integration der zahlreichen Zukäufe und ein zu unklares Geschäftsmodell sind die Ursachen.

Air France-KLM
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Der Zusammenschluss der französischen Air France mit der niederländischen KLM im Jahr 2004 war die erste große Fusion in der europäischen Branche. Wirtschaftlich weiter gebracht hat sie beide Unternehmen nicht. Mit einer Marge von gerade einmal 4,28 Prozent ist die Airline eher schwach aufgestellt. Vor allem das streikfreudige Personal in Frankreich verhindert bislang harte Reformen.

Lufthansa
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Der deutsche Branchenprimus, zugleich nach Umsatz und Passagierzahlen die größte europäische Airline, wird seit Jahren umgebaut. Doch der Prozess dauert, auch weil die Mitarbeiter sich von früheren Zusagen zum Beispiel bei der Altersversorgung verabschieden müssen. Doch der Kurs zahlt sich langsam aus, die Marge lag 2015 bei 4,85 Prozent.

Emirates
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Die älteste der drei Airlines vom Persischen Golf schaffte im vergangenen Jahr die ansehnliche Marge von 9,80 Prozent. Ihr Vorteil: Mit dem Drehkreuz in Dubai und einer überwiegend aus Langstreckenmaschinen bestehenden Flotte arbeitet sie sehr effizient. Zudem bekommt die Airline volle Rückendeckung durch die Regierung.

IAG
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Die Gesellschaft entstand Anfang 2011 durch den Zusammenschluss der britischen British Airways und der spanischen Iberia. Hartes Management und weitere Übernahmen wie etwa die der Billig-Airline Vueling und der irischen Aer Lingus machten aus der Gruppe eine der renditeträchtigsten Airlines in Europa mit einer Marge von 10,22 Prozent im vergangenen Jahr. Inwieweit dieser Wert nach dem Brexit-Votum der Briten gehalten werden kann, ist allerdings offen.

Turkish Airlines
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Gleichauf bei der Rendite mit der IAG liegt Turkish Airlines (10,22 Prozent). Die Fluggesellschaft ist in den zurückliegenden Jahren rasant gewachsen. Ähnlich wie am Persischen Golf wird sie stark von der Regierung unterstützt, die sie als Treiber des Wirtschaftswachstums sieht. Offen ist, welche Folgen die zunehmende Isolation der Türkei für die Airline haben wird.

United Continental
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United Continental entstand 2010 durch die Fusion von United Airlines mit Continental Airlines. Der Zusammenschluss zog sich über mehrere Jahre hin, zum Beispiel flogen noch bis 2015 beide Airlines mit eigenem Personal. Auch die Integration der Informationstechnik dauerte. Das ging zu Lasten der Marge, United ist mit 13,64 Prozent das Schlusslicht unter den vier großen US-Airlines.

Konzernweit erwartet Walsh für die Jahre 2016 bis 2020 jetzt nur noch einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Flugzeug-Leasingkosten (Ebitdar) von 5,3 statt der bisher angepeilten 5,6 Milliarden Euro. Das Flugangebot soll pro Jahr nur noch um 3 statt um 3 bis 4 Prozent wachsen. Die Investitionen kürzt IAG von knapp 2,5 auf 1,7 Milliarden Euro pro Jahr.

  • dpa
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