Bruno Cucinelli
Italiens „Kaschmir-König“

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„Ein bisschen zwischen Handwerkskunst und Mode“

Das Engagement zahlt sich offensichtlich aus. Seit Cucinelli an der Mailänder Börse gelistet ist, hat sich der Aktienwert verdreifacht. Analysten sagen zweistellige Wachstumsraten beim Umsatz voraus. Im letzten Jahr lag der Gewinn bei etwa 37 Millionen Euro, der Umsatz bei 457 Millionen. Im Vergleich zu italienischen Moderiesen wie Prada oder Armani ist das zwar noch bescheiden. Dafür wächst Cucinellis Geschäft, während anderen Modehäusern Rückgänge zu schaffen machen.

Liegt das Geheimnis im besonderen Ansatz des Chefs? Möchte jemand, der bis zu 300 Euro für ein paar Socken oder 2000 Euro für einen Pullover zahlt, sich einfach auch ein bisschen gutes Gewissen kaufen?

Cucinellis Philosophie erlaube es Kunden, „die viel Geld haben, sich ein wenig besser zu fühlen, wenn sie es ausgeben“, sagt Luca Solca, Analyst für Luxusgüter beim Unternehmen Exane BNP Paribas. „Sie haben vorzügliche Arbeit gemacht, indem sie sich ein bisschen zwischen Handwerkskunst und Mode positioniert haben.“ Der „aufklärerische“ Ansatz mache das Unternehmen für Investoren besonders interessant.

Während andere Modehäuser dafür kritisiert werden, dass sie ihre Produktion ins Ausland verlegen, um Geld zu sparen, bekommt Cucinelli Lob, weil er Familienunternehmen in der Toskana, in Venetien oder in Umbrien unterstützt. Er ist davon überzeugt, dass es ethisch eher vertretbar ist, eine Bluse für 1000 Euro zu kaufen als eine Jeans für 20, die nur deshalb so billig sein könne, weil die Arbeiter schlecht bezahlt würden.

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht allerdings nicht alles im Ruhmeslicht. Man könne viel an Gutem versprechen - aber man müsse es dann auch mit entsprechenden Zertifikaten belegen können, sagt Textil-Expertin Kirsten Brodde. „Der Verbraucher kann schließlich nicht jede gut gemeinte Initiative selbst überprüfen.“

Teure Modeartikel müssten nicht zwangsläufig umweltfreundlicher sein - oft sei sogar das Gegenteil der Fall. „Luxus-Hersteller verkaufen sich mehr über Marke und Image, weniger über Umweltschutz“, betont Brodde. Jedoch sei es einem Unternehmen wie Cucinelli schon hoch anzurechnen, wenn Kleidung nicht so billig „wie Müsli-Packungen“ verkauft und die Wegwerf-Kultur somit nicht gefördert werde.

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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