Bruno Cucinelli

Italiens „Kaschmir-König“

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„Ein bisschen zwischen Handwerkskunst und Mode“
Die zehn beliebtesten Luxusgüter der Welt
Rang 10: Luxus-Kreuzfahrten
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Die Demografie- und Einkommensentwicklung wirkt sich positiv auf die Luxus-Kreuzfahrt-Industrie aus. Rund zwei Milliarden Euro Umsatz wurden 2015 in diesem Marktsegment erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2014 ist der Markt um vier Prozent (wechselkursbereinigt) gewachsen. Damit sind Kreuzfahrten unter den Reichen nach wie vor sehr gefragt. Insbesondere Fahrten zu ungewöhnlichen Reisezielen waren in diesem Jahr beliebt.

Rang 9: Luxus-Jachten
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Der Luxus-Jacht-Markt stagniert. 2015 wurden – genauso wie im Vorjahr – weltweit sieben Milliarden Euro in diesem Segment umgesetzt. Das reicht jedoch aus, um einen Platz in der Top Ten der beliebtesten Luxusgüter zu ergattern. Eine positive Tendenz hat sich zudem abgezeichnet: Die Nachfrage nach Halbfertigerzeugnissen in der Industrie aus China und dem Vereinigten Königreich ist zuletzt gestiegen.

Rang 3: Luxuriöse Privatjets
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Privatjets waren 2015 das achtgrößte Segment auf dem Luxusgütermarkt mit einem Umsatz von 21 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage um 14 Prozent gewachsen, wechselkursbereinigt ist das Wachstum jedoch sogar um einen Prozent gesunken. Nordamerika ist hier der stärkste Markt.

Rang 7: Hochwertige Designerwaren
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Das zweite Jahr in Folge ist die Nachfrage auf dem Designmarkt gestiegen – wechselkursbereinigt um vier Prozent auf 32 Milliarden Euro. Beliebt waren im vergangenen Jahr vor allem hochwertige Wohn- und Schlafzimmermöbel, sowie Designerlampen. Besonders der europäische Markt konnte von den positiven Wechselkursentwicklungen profitieren, insbesondere Italien und Deutschland kam dies zugute. Den größten Verkaufskanal bildet nach wie vor der Großhandel (66 Prozent), der Online-Handel macht in diesem Segment zurzeit noch einen geringen Anteil aus, wächst aber stetig.

Rang 6: Bildende Künste
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Luxusgüter aus der bildenden Kunst machen 70 Prozent des gesamten Kunstmarkts aus. Die sich schnell entwickelnden Online-Kanäle bilden eine vielversprechende Plattform für interessierte Sammler, die noch keine Marktkenner sind. Der größte Markt ist in diesem Segment die USA, der vor allem in New York floriert.

Rang 5: Delikatessengeschäft
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Ähnliches gilt für das Delikatessengeschäft. In diesem Segment wurden 2015 45 Milliarden Euro umgesetzt, der Markt ist im Vergleich zu 2014 um vier Prozent gewachsen. Insgesamt wurden in der Sparte mit dem Delikatessengeschäft und Luxus-Spirituosen 108 Milliarden Euro auf der ganzen Welt umgesetzt.

Rang 4: Luxusweine und Spirituosen
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Mit Luxusweinen und Spirituosen wurden 2015 64 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Das entspricht einem Wachstum von drei Prozent (wechselkursbereinigt) im Vergleich zum Vorjahr. Auf der ganzen Welt konnte Luxuswein ein solides, organisches Wachstum verzeichnen. Experten rechnen zukünftig mit einer besonders starken Kaufkraft der Touristen in diesem Marktsegment, da sie den Wertverlust des Euro für Luxus-Shoppingtouren in Europa nutzen.

Das Engagement zahlt sich offensichtlich aus. Seit Cucinelli an der Mailänder Börse gelistet ist, hat sich der Aktienwert verdreifacht. Analysten sagen zweistellige Wachstumsraten beim Umsatz voraus. Im letzten Jahr lag der Gewinn bei etwa 37 Millionen Euro, der Umsatz bei 457 Millionen. Im Vergleich zu italienischen Moderiesen wie Prada oder Armani ist das zwar noch bescheiden. Dafür wächst Cucinellis Geschäft, während anderen Modehäusern Rückgänge zu schaffen machen.

Liegt das Geheimnis im besonderen Ansatz des Chefs? Möchte jemand, der bis zu 300 Euro für ein paar Socken oder 2000 Euro für einen Pullover zahlt, sich einfach auch ein bisschen gutes Gewissen kaufen?

Cucinellis Philosophie erlaube es Kunden, „die viel Geld haben, sich ein wenig besser zu fühlen, wenn sie es ausgeben“, sagt Luca Solca, Analyst für Luxusgüter beim Unternehmen Exane BNP Paribas. „Sie haben vorzügliche Arbeit gemacht, indem sie sich ein bisschen zwischen Handwerkskunst und Mode positioniert haben.“ Der „aufklärerische“ Ansatz mache das Unternehmen für Investoren besonders interessant.

Während andere Modehäuser dafür kritisiert werden, dass sie ihre Produktion ins Ausland verlegen, um Geld zu sparen, bekommt Cucinelli Lob, weil er Familienunternehmen in der Toskana, in Venetien oder in Umbrien unterstützt. Er ist davon überzeugt, dass es ethisch eher vertretbar ist, eine Bluse für 1000 Euro zu kaufen als eine Jeans für 20, die nur deshalb so billig sein könne, weil die Arbeiter schlecht bezahlt würden.

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht allerdings nicht alles im Ruhmeslicht. Man könne viel an Gutem versprechen - aber man müsse es dann auch mit entsprechenden Zertifikaten belegen können, sagt Textil-Expertin Kirsten Brodde. „Der Verbraucher kann schließlich nicht jede gut gemeinte Initiative selbst überprüfen.“

Teure Modeartikel müssten nicht zwangsläufig umweltfreundlicher sein - oft sei sogar das Gegenteil der Fall. „Luxus-Hersteller verkaufen sich mehr über Marke und Image, weniger über Umweltschutz“, betont Brodde. Jedoch sei es einem Unternehmen wie Cucinelli schon hoch anzurechnen, wenn Kleidung nicht so billig „wie Müsli-Packungen“ verkauft und die Wegwerf-Kultur somit nicht gefördert werde.

  • dpa
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