Buchbranche zeigt Zuversicht
Optimismus zum Start der Buchmesse

Am 7. Oktober wird in Frankfurt am Main die 55. Frankfurter Buchmesse eröffnet. Auf der Messe werden mehr als 6 400 Aussteller aus über 100 Ländern ihre Neuerscheinungen vorstellen: Das sind etwa drei Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Zum Auftakt der Buchmesse blicken die Organisatoren daher mit Zuversicht in die Zukunft.

HB FRANKFURT. „Dies spricht für Zuversicht in die Entwicklung der gesamten Branche“, sagte Buchmessen-Direktor Volker Neumann am Dienstag vor der Eröffnung der größten Bücherschau der Welt. In Frankfurt präsentieren bis zum 13. Oktober 6611 Aussteller aus 104 Ländern etwa 335 000 Neuerscheinungen. Gastland ist Russland.

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, sprach von einem „goldenen September“ für Buchhändler und Verlage. Er rechne nach teils „dramatischen“ Umsatzeinbußen im ersten Halbjahr für das Gesamtjahr mit einem Minus von etwa zwei Prozent, mit etwas Glück auch einer schwarzen Null. Damit habe sich die Branche vor dem Hintergrund von schwieriger Wirtschaftslage, steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Kaufkraft „gut behauptet“.

Allerdings hätten nach wie vor viele Verlage und Buchhandlungen zu kämpfen - und zwar nicht nur die kleineren, sondern auch große. „Weder Größe noch Tradition reichen heutzutage aus, um morgen im Markt zu bestehen.“ Viele Verlage hätten inzwischen ihre Titelproduktion reduziert. Große Hoffnungen setzt die Buchbranche bis Jahresende vor allem auf das Weihnachtsgeschäft, besonders auf den neuen „Harry Potter“-Band, der im November auf Deutsch erscheint.

Die Flaute in der Buchbranche bekommen in diesem Jahr auch die Hotels zu spüren: Anders als in früheren Jahren seien die Besucher bei der Buchung zurückhaltend, sagte der Leiter der städtischen Tourismus und Congress GmbH, Günter Hampel. Dafür seien aber nicht die heftig kritisierten Hotelpreise verantwortlich, sondern die schlechte konjunkturelle Lage. Innerhalb von 30 Kilometern rund um den Messestandort seien noch viele preisgünstige Zimmer zu haben.

Buchmessen-Direktor Neumann nannte die Hotelsituation „noch nicht ganz befriedigend“. Immerhin würden die Zimmerpreise für 2004 aber auf dem Stand dieses Jahres eingefroren. Viele Hotels forderten auch keinen Mindestaufenthalt mehr oder nur noch drei bis vier Nächte statt wie bisher fünf bis sechs Nächte, die in jedem Fall bezahlt werden mussten.

Für das kommende Jahr kündigte Neumann den Ausstellern Preissenkungen an: Mit verschiedenen Rabatten könnten Verlage die Standmiete „um mindestens zwölf Prozent“ drücken, sagte der Buchmessen-Direktor. Einen Nachlass bekommt, wer früh bucht oder sich für mehrere Jahre im Voraus anmeldet. Für alle Aussteller sinken die Standpreise um zwei Prozent.

Fachbesucher dürfen von Mittwoch bis Montag auf die Messe, das allgemeine Publikum erstmals schon am Freitagnachmittag sowie am Samstag und Sonntag. Erstmals kann man auf der Buchmesse auch Bücher kaufen, allerdings beschränkt auf Veranstaltungen und den Messemontag. Der Veranstaltungskalender listet rund 2500 Termine mit 1000 Autoren auf. Neben den literarischen Altmeistern Günter Grass, Martin Walser, Imre Kertész und Paulo Coelho präsentieren auch TV- Prominente wie Dieter Bohlen, Verona Feldbusch, Nadja Abd El Farrag oder Wolfgang Joop ihre Bücher. Doris Schröder-Köpf startet auf der Buchmesse eine Kampagne zur Leseförderung.

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