Budget-Deutschland sucht den Erfolg in einer Kombination aus Vermietung und Leasing
Budget setzt auf Geiz des Mittelstands

Auch die Autovermieter setzen auf den Geiz ihrer Privatkunden. Mit Preisen ab 4,99 Euro pro Auto und Tag wird die Kundschaft gelockt. Die deutschen Marktführer Sixt und Europcar versuchen mit eigenen Billig-Anbietern (Sixti und Interrent) Neulingen wie Navicar das Leben schwer zu machen. Budget Deutschland will dieses Spiel nicht mitspielen.

hof FRANKFURT. Statt den Geiz der Privatkunden zu bedienen, will Budget vom Kostendruck des Mittelstandes profitieren und diesem ab Herbst ein neues Mobilitätskonzept anbieten.

Die Überzeugung, dass „allein mit Autovermietung keine befriedigenden Margen zu erzielen sind“, hat laut Budget-Vorstand Alexander Kowatsch die Entscheidung für eine Neupositionierung beflügelt, die auf der Kombination aus Leasing- und Vermietgeschäft basiert. Den Ertragseinbruch, den Avis in dieser Woche für Europa genannt hat, sieht er als Bestätigung für den Strategiewechsel bei Budget. „Wir erwarten unsere Renditen aus dem langfristigen Geschäft“, kündigte Kowatsch in Frankfurt an.

Auch die aktuelle Ertragssituation des eigenen Unternehmens hätte Kowatsch als Beweis für die schwierige Situation im Vermietgeschäft heranziehen können. Da das neue Angebot noch nicht im Markt ist, erwartet Budget für 2003 nur „eine schwarze Null“, wie Marketing- und Vertriebsvorstand Michael Gehricke gegenüber dem Handelsblatt einräumte. Erst für 2005 peilt die Firma die Gewinnschwelle an. Doch bereits im Jahr 2007 will Budget 25 000 Leasingfahrzeuge auf Deutschlands Straßen haben und zusätzlich eine fünfstellige Zahl an Mietautos.

Doch die Konkurrenz ist groß: Im Vermietgeschäft, wo sich nach Verbandsangaben in Deutschland rund 600 Firmen mit 160 000 Fahrzeugen tummeln, teilen sich die vier größten Firmen Europcar, Sixt, Avis und Hertz mehr als 80 % des Marktes. Und im Leasingsektor streiten besonders die Finanzierungstöchter der großen Hersteller um Marktanteile.

Doch die Kombination aus Vermietung und Leasing soll Budget nach den Vorstellungen des Managements helfen, sich auch gegen diese starken Konkurrenten zu behaupten. Das Konzept klingt einfach: Größere Mittelständler decken ihren Grundbedarf an Autos über Budget- Leasingverträge und sichern Spitzen im Bedarf mit einem Mietkontingent ab, das bis zu einer gewissen Höhe in der Grundvergütung enthalten ist. Zusätzlich sollen die Firmen mit Preisvorteilen durch standardisierte Ausstattungen in den Autos geködert werden und von niedrigen Raten profitieren, wenn sie Fahrzeuge leasen, die nach einem halben Jahr aus dem Vermietgeschäft herausgenommen werden.

Die anhaltende Wirtschaftsflaute kommt Budget dabei nach Meinung Gehrickes sogar entgegen. Kostensenkung sei schließlich das Hauptargument für intelligente Mobilitätsangebote: „Viele Firmen sind schlicht gezwungen, neue Wege zu gehen“, und wenn es nach ihm geht, führen die zu Budget.

Dass es einen Bedarf an Mobilitätskonzepten gibt, zeigt auch eine Erhebung der Marktforscher von Dataforce: Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen gaben an, kurzfristig zusätzlich zum normalen Fuhrpark Autos anzumieten, um Spitzen auszugleichen. Unterschiedliche Ansprechpartner für Vermiet- und Leasinggeschäft wurde danach von den Verantwortlichen in den Firmen als gravierender Nachteil bemängelt.

Zumindest dieses Problem könnte Budget mit seinem neuen Angebot lösen. Schwieriger dagegen wird es werden, dem neuen Unternehmen eine eindeutige Identität zu geben. Budget Deutschland ist zwar an das weltweite Budget-Buchungssystem angeschlossen. Doch außerhalb Deutschlands trifft der Konkurrent Avis als neuer Eigentümer die Entscheidungen. Die Hamburger Gesellschaft Alag Auto-Mobil AG, der seit Ende 2002 der Name Budget in Deutschland gehört, kann auf die Strategie von Avis jedoch nicht einwirken. Und Avis hat andere Pläne mit der Marke: Denen zufolge soll Budget im unteren Preissegment positioniert werden.

Quelle: Handelsblatt

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