Büroimmobilien
IVG-Vorstand wagt keine Ergebnisprognose

Der Büroimmobilienkonzern IVG hat Kredite über 1,3 Milliarden Euro verlängert und will Gebäude verkaufen. Langfristig will sich das Unternehmen aufs Kerngeschäft konzentrieren.

DÜSSELDORF. "Liquidität sichern, Risiko reduzieren", lautet die Parole, die Gerhard Niesslein, seit November 2008 Chef der IVG Immobilien, für die MDax-Gesellschaft ausgegeben hat. Langfristig soll sich die IVG auf ihr Kerngeschäft konzentrieren - die Verwaltung eigener und fremder Büroimmobilien in Europa sowie von Öl- und Gasspeichern, sogenannten Kavernen. Aktuell managt das Unternehmen ein Vermögen von 22,4 Mrd. Euro, davon 5,4 Mrd. Euro in eigenem Bestand.

Kurzfristig will die IVG ihre Liquidität verbessern. Diesem Ziel ist sie näher gekommen, indem sie sich mit einem Konsortium von elf deutschen Banken auf die Verlängerung von Krediten in Höhe von 1,3 Mrd. Euro bis Ende 2012 einigte. Die Kredite wären in diesem und den beiden Folgejahren fällig geworden. Eine Kapitalerhöhung schloss Niesslein gestern bei Vorlage des Geschäftsberichts aus. Darüber hinaus sollen in diesem Jahr für 680 Mio. Euro Immobilien verkauft werden, wobei Niesslein auch bereit ist, unter dem aktuellen Wert zu verkaufen. Die Erlöse dienen dazu, im Bau befindliche Immobilienprojekte im Wert von 1,6 Mrd. Euro fertigzustellen und in Kavernen zu investieren.

Obwohl darüber hinaus die Nettomietertäge über den Finanzierungskosten liegen und Gebühren aus der Platzierung von Fonds mit einem Eigenkapitalvolumen von 400 Mio. Euro im Plan stehen, wagt der IVG-Vorstand keinen Ergebnisausblick. "Es ist gegenwärtig nicht möglich, ein Ergebnis seriös zu prognostizieren", sagte Wolfgang Schäfers, seit Februar Finanzvorstand der IVG. Er hoffe auf "mehr als eine schwarze Null".

Die IVG hatte am 9. März den ersten Verlust seit ihrem Börsengang im Jahr 1986 bekanntgegeben. Wertberichtigungen auf Immobilien in Höhe von 944 Mio. Euro hatten zu einem Verlust von 452 Mio. Euro geführt. Die Dividende wurde gestrichen.

"Die Immobilienpreise fallen 2009 weiter, Mietkorrekturen folgen zeitverzögert", meinen die Immobilienanalysten der Dekabank. Sie stehen damit nicht allein da. Doch über Ausmaß der Korrekturen gibt es keine verlässliche Schätzungen.

Langfristig steigt die IVG aus der Entwicklung von Neubauprojekten aus. Künftig soll nur noch der Bestand weiterentwickelt werden. Die Projektentwicklung ist riskanter als die Verwaltung von Beständen. Weil nicht vollständig vermietete Projekte nur mit hohen Preisabschlägen zu verkaufen sind, wird die IVG im Bau befindliche Gebäude selbst fertigstellen.

Das gilt beispielsweise auch für das Prestige-Objekt "Airrail"-Center am Frankfurter Flughafen, mit dem der Bonner Immobilienkonzern schlechte Erfahrungen gemacht hat. Die Baukosten kletterten von geplanten 700 Mio. auf nun 840 Mio. Euro. Gegenwärtig, eineinhalb Jahre vor Fertigstellung ist der Büro-, Hotel- und Einzelhandelskomplex mit einer durchaus üblichen Quote von 58 Prozent vorvermietet. "Über einen Verkauf mache ich mir erst 2012 Gedanken", sagte Niesslein.

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