Bundeskartellamt-Entscheidung
Rossmann erhält Geldbuße wegen Preisdumping

Das Bundeskartellamt hat wegen verbotener Dumpingpreise gegen die Drogeriemarktkette Rossmann Bußgelder in Höhne von insgesamt 300 000 Euro verhängt. Der Vorwurf: Rossmann soll Artikel diverser Hersteller unter den eigenen Einstandspreisen verkauft habe.

HB DÜSSELDORF. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter würdenmit solchen Kampfpreisen kleinere Konkurrenten zu Lasten des Wettbewerbs systematisch aus dem Markt gedrängt. Ein Sprecher der Drogeriekette kündigte an, das Unternehmen werde den Bescheid des Kartellamts zunächst prüfen und dann über eine Klage entscheiden. Es sei aber „wahrscheinlich“, dass Rossmann den Beschluss der Wettbewerbshüter vor dem für Kartellsachen zuständigen Oberlandesgericht Düsseldorf anfechten wird.

Die Bonner Kartellwächter beziehen sich mit ihrer Entscheidung auf das Jahr 2005. Damals habe Rossmann 55 verschiedene Produkte in mehr als 250 Filialen zum Teil deutlich unter den „Einstandspreisen“ angeboten, befanden die Wettbewerbshüter. Solche Dumping-Preise sind in Deutschland verboten.

Niedrige Preise seien in der Marktwirtschaft zwar zu begrüßen, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge weiter. Kleinere und mittlere Unternehmen könnten als Wettbewerber einer gezielten „Verlustpreis-Strategie“ großer Ketten aber nicht Stand halten. Die verbliebenen Firmen schafften sich damit letztlich nur Spielräume, die Preise später zu Lasten der Verbraucher wieder anzuheben.

Der Markenverband begrüßte das Bußgeld-Urteil und verspricht sich eine erhebliche Signalwirkung in den Markt. Es sei „ein Sieg für die Marke“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes, Horst Prießnitz. „Die konsequente Gesetzesanwendung durch das Bundeskartellamt fördert den untrennbar mit der Marke verbundenen Wertschöpfungsprozess.“

Der Verband setze sich dafür ein, dass die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Verschärfung des Untereinstandspreis-Verkaufsverbots schnellstmöglich umgesetzt wird. Diese zunächst nur für Lebensmittel geplante Verschärfung müsse aber diskriminierungsfrei für alle Waren und Dienstleistungen gelten. Demgegenüber sagte Böge, das Verfahren habe gezeigt, dass eine Verschärfung der Vorschrift nicht erforderlich sei.

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