Bundeskartellamt verhinderte komplette Übernahme
Post will angeblich Transoflex verkaufen

Die Deutsche Post erwägt nach Angaben aus Branchenkreisen einen Verkauf ihrer knapp 25-prozentigen Beteiligung am Lieferdienst Transoflex.

HB DÜSSELDORF. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte Bedenken gegen eine komplette Übernahme des Pharma-Lieferdienstes durch den Bonner Konzern geäußert. In Branchenkreisen hieß es, die Post erwäge eine Veräußerung der Beteiligung. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise bereits, als Kaufpreis seien etwa 200 Millionen Euro im Gespräch. Die Post hält derzeit knapp 25 Prozent an dem Weinheimer Pharma- Lieferdienst und hatte ursprünglich eine komplette Übernahme geplant. Dem hatte das Bundeskartellamt aber einen Riegel vorgeschoben. Der nun in letzter Instanz entscheidende BGH hatte am Dienstag beim Auftakt der mündlichen Verhandlung des Kartellstreits ebenfalls Bedenken gegen den Erwerb der restlichen Anteile geäußert. Zudem soll geprüft werden, ob die Post schon mit der momentanen Minderheitsbeteiligung ihre marktbeherrschende Stellung auf dem Privatkundenmarkt auf unzulässige Weise ausbaut. Das Urteil des BGH soll am 21. Dezember verkündet werden.

Die Zeitung berichtete, dass die Post mit einer Niederlage rechne und deshalb verkaufen wolle. Als Interessenten für den Anteil seien Finanzinvestoren aus den USA wie Chase Manhattan oder JP Morgan sowie Londoner Finanzinstitute im Gespräch. In Deutschland bemühe sich die Berliner Odewald & Compagnie um den Zuschlag. Ein Sprecher der Post sagte, der Konzern werde das Urteil des BGH abwarten und werde sich dann „gegebenenfalls“ äußern. „Alles andere kommentieren wir nicht“, betonte der Sprecher.

Bei der mündlichen Verhandlung über die ursprünglichen Post-Pläne hatte der BGH Bedenken gegen die Komplett-Übernahme von Transoflex deutlich werden lassen. Der geplante Erwerb der restlichen 75,2 Prozent an dem Spediteur, die bei der Bayerischen Landesbank liegen, verstoße wohl gegen Wettbewerbsrecht, hatte BGH-Präsident Günter Hirsch bei der Verhandlung über den Kartellstreit gesagt. Der Kartellsenat des BGH, die letzte Instanz in dem Fall, konzentriert sich nun auf die Frage, ob die Deutsche Post wenigstens ihre vor sieben Jahren erworbenen 24,8 Prozent an Transoflex behalten darf. Das Bundeskartellamt hatte beide Übernahmen im Jahr 2001 untersagt. Der BGH will Hirsch zufolge prüfen, ob die Post schon durch die Minderheitsbeteiligung ihre marktbeherrschende Stellung auf dem Privatkundenmarkt auf unzulässige Weise ausbaut. Kerngeschäft von Transoflex ist die Belieferung von Apotheken und Kliniken mit Pharmaprodukten.

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