Bundesnetzagentur ist skeptisch
Das Briefmonopol der Post endet 2007

Die Bundesregierung hat das Ende des Briefmonopols der Deutschen Post zum 31. Dezember 2007 beschlossen.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. „Der Postmarkt hat sich auf die Liberalisierung zum 1. Januar 2008 eingestellt. Wir wollen an diesem Zeitplan festhalten“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos zum Beschluss des Bundeskabinetts. Für die Post kommt die Bestätigung des Termins nicht überraschend. Sie mahnt aber eine Liberalisierung im Gleichklang für die Länder der Europäischen Union an. Konzernchef Klaus Zumwinkel hatte immer wieder gefordert, dass ein verbindlicher Zeitpunkt für die Liberalisierung auch in anderen EU-Ländern festgelegt werden müsse. Damit sollten Wettbewerbsverzerrungen zwischen Unternehmen verhindert werden, die in geöffneten Märkten agieren, und solchen, die auf ein Monopol zurückgreifen können.

Größter Konkurrent der Deutschen Post im Briefgeschäft ist der niederländische Postkonzern TNT mit seiner Tochter TNT Post, die laut Cap Gemini mit 31 Gesellschaften in Deutschland tätig ist. TNT-Chef Peter Bakker peilt in Deutschland mittelfristig einen Marktanteil von 15 Prozent an. Zudem ist er überzeugt, dass die Deutsche Post künftig bis zu 40 Prozent ihres heimischen Briefgeschäfts an die Konkurrenz abgeben muss. Kooperationspartner ist der Paketdienst Hermes, eine Tochter des Versandhändlers Otto, die über ein großes bundesweites Filialnetz verfügt.

Branchenkenner halten die Schätzung Bakkers allerdings für überzogen. Der Markt werde sich rasch konsolidieren und auf wenige große Anbieter konzentrieren, ist die Unternehmensberatung Putz & Partner überzeugt. Bis dato verfüge noch keiner der Wettbewerber der Deutschen Post über ein eigenes, einheitliches Zustellnetz in ganz Deutschland.

Neben TNT gelten die Zeitungsverlage als zweiter ernstzunehmender Konkurrent der Deutschen Post. Sie verfügen bereits über ein dichtes Zustellnetz. Doch müssten sie sich zusammentun, um ein bundesweites Netz aufzubauen. Mit der Pin Group wollen dies die Verlage Springer, WAZ und Holtzbrinck versuchen.Selbst die Bundesnetzagentur, die für Wettbewerb sorgen soll, ist skeptisch. Sie geht in ihrem Tätigkeitsbericht davon aus, dass „nach einem Wegfall der Exklusivlizenz ein erheblicher Zeitraum vergehen wird, bis sich ein nennenswerter Wettbewerb überhaupt entwickeln kann.“ Der Wegfall des Monopols werde an der überragenden Marktstellung der Post wenig ändern.

Aktuell besetzen die alternativen Zusteller danach mit einem Umsatzvolumen von 515 Mill. Euro nur rund fünf Prozent des gesamten Marktes. Die Bundesnetzagentur hat an 1750 Unternehmen Lizenzen für verschiedene Dienstleistungen der Briefzustellung erteilt. 1 100 Lizenznehmer und 37 000 Mitarbeiter sind aktiv.

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