Bundesrat beschließt Mauterhöhung
Spediteure schimpfen über Mauterhöhung

Die umstrittene Erhöhung der LKW-Maut 2009 ist unter Dach und Fach. Der Bundesrat stimmte am Freitag mit der äußerst knappen Mehrheit von 35 Stimmen zu. Das trifft vor allem die Spediteure. Auch wenn die Spritpreise zuletzt zurückgegangen sind: Die Branche trifft die Mehrbelastung aufgrund der Konjunkturabkühlung in einer empfindlichen Situation.

DÜSSELDORF. Der deutsche Speditions- und Logistikgewerbe (DSLV) reagierte auf die heutige Entscheidung des Bundesrates mit großer Verärgerung: Damit hat die Länderkammer eine Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft auf dem Altar kurzfristiger finanzieller Interessen geopfert, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung.

DSLV-Präsident Michael Kubenz sagt: "Angesicht einer drohenden weltweiten Rezession die Maut um 40 bis 90 Prozent zu erhöhen, ist nicht nur Gift für unsere Volkswirtschaft, sondern vernichtet auch mehrere tausend Arbeitsplätze in Spedition und Logistik." Die Bundesregierung sei jetzt in der Pflicht: "Die bereits vor fünf Jahren zugesagten Harmonisierungsschritte mit einem Gesamtvolumen von 600 Mio Euro müssen jetzt schnellstens umgesetzt werden", fordert der Verband. Sie reichten ohnehin bei weitem nicht aus, um die bestehenden Wettbewerbsnachteile gegenüber der europäischen Konkurrenz abzubauen.

Die Belastungen werden für Spediteure spürbar sein: Im Durchschnitt steigt die Autobahn-Gebühr für schwere Lastwagen zum 1. Januar 2009 von 13,5 auf 16,3 Cent je Kilometer. Viel drastischer erhöhen sich die Mautsätze jedoch für viele drei oder vier Jahre alte Fahrzeuge mit höheren Abgaswerten.

Dabei ist die Branche derzeit aufgrund der Konjunkturschwäche ohnehin in einer schwierigen Situation: Der Zusammenhang ist simpel: Wird weniger produziert, muss auch weniger transportiert werden. In der Folge sinken die Frachtraten. Die Logistikbranche fürchtet den ersten Einbruch nach Jahren des Wachstums. Auch hier ist es ein Wort, das Furcht verbreitet: Finanzkrise.

"Die Situation für die Transportbranche wird angesichts der Finanzkrise sicher nicht einfacher", bestätigt Markus Hesse, Analyst von Sal. Oppenheim. Die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate seien nicht rosig. Das gelte für das Wachstum in der Luft- und Seefracht, aber auch für die Express- und Paketdienste. "Gewinner der Finanzkrise werden nur Unternehmen mit einer niedrigen Verschuldung sowie einem hohen Grad an unternehmerischer Flexibilität sein und solche, die von den US-Exporten profitieren", meint Axel Funhoff, Analyst der ING Bank.

Seite 1:

Spediteure schimpfen über Mauterhöhung

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%