Burberry
Wie die Luxusmarke gegen die Flaute kämpft

Bei der britischen Luxusmarke läuft das Geschäft immer noch schleppend. Chef Christopher Bailey will Burberry mit einem starken Onlinegeschäft, Sparprogramm und einem neuen Management-Team wieder auf Kurs bringen.

DüsseldorfViele Jahre waren die berühmten Karo-Schals von Burberry ein Selbstläufer. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der britische Luxuskonzern wächst nicht mehr. Nach einem Umsatzminus von einem Prozent im vergangenen Jahr, melden die Briten drei Prozent weniger Geschäft im ersten Quartal des laufenden Jahres. CEO Christopher Bailey betonte, „dass das externe Umfeld herausfordernd“ bleibe – sprich der weltweite Luxusmarkt.

Finanzchefin Carol Fairweather versicherte heute in einer Telefonkonferenz, dass Burberry an den angekündigten Wachstumszielen für das Gesamtjahr festhalten will. „Wir sind optimistisch, dass wir alle Schritte eingeleitet haben, um wieder ein starkes Wachstum zu erreichen.“ Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. März endete, war der Betriebsgewinn um elf Prozent auf 418 Millionen britische Pfund eingebrochen.

Der britische Konzern will sich mit neuem Personal an der Spitze auf den schwierigen Markt für hochwertige Mode einstellen. Der Konzern überraschte Anfang der Woche damit, dass Bailey, derzeit CEO und Kreativ-Direktor in einer Person, künftig Burberry nicht mehr alleine führen wird. Ab nächstem Jahr teilt er sich die Macht an der Spitze mit Marco Gobbetti, der von der französischen Modemarke Céline an die Spitze von Burberry rücken wird. Gobbetti wird CEO, Bailey zieht sich auf seine Rolle als Kreativ-Chef des Hauses zurück, wird aber auch Präsident. Bailey betonte in zwei Interviews, dass er die Strategie künftig zusammen mit Gobbetti verantworte. Und Finanzchefin Fairweather wird Julie Brown weichen, die 2017 Finanzvorstand und als COO Chefin für das operative Geschäft wird.

Noch-CEO Bailey räumte aber in den Interviews ein: „Ich habe festgestellt, dass wir mehr Expertise im Einzelhandel im Konzern brauchen“. Die soll Gobbetti von der Modemarke Céline mitbringen. Denn Burberry hat sich immer mehr von einem Großhandels- zu einem Einzelhandelsgeschäft gewandelt. Der Anteil des Einzelhandels am Gesamtumsatz ist in den vergangenen vier Jahren von 68 auf 73 Prozent gestiegen. Burberry folgt damit allen großen Luxuskonzernen, die immer mehr eigene Läden eröffnen, um ihre Marken zu inszenieren und direkt an den Endkunden zu verkaufen. Das erhöht die Marge, weil Zwischenhändler wegfallen, aber auch die Risiken, weil sich die Konzerne hohe Fixkosten wie Ladenmiete und Personal aufbürden.

Wie das neue Gespann Bailey-Gobbetti funktioniert, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen. Bailey betonte aber, dass es keine wesentliche Änderung der erst im Mai bekannt gegebenen neuen Strategie geben wird. „Marco unterstützt diese Strategie“, sagte er der Agentur Bloomberg. Im Mai hatte Bailey unter anderem angekündigt, dass der Konzern in den nächsten drei Jahren Kosten von mindestens 100 Millionen britischen Pfund einsparen will. Wie das genau geschehen soll, ist allerdings offen. Auch Finanzchefin Fairweather wollte keine Details nennen. „Wir sind gerade in Gesprächen mit den Mitarbeitern“, sagte sie in der Telefonkonferenz.

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Wie Bailey die Digitalisierung vorantreibt

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