Burger King schmeißt Filialbetreiber raus
Fast-Food-Kette zieht Konsequenz aus Hygieneskandal

Der Fast-Food-Riese korrigiert eine Fehlentscheidung: Burger King kündigt dem größten Franchise-Nehmer in Deutschland. Offenbar gab es nach dem Hygieneskandal erneut Verstöße. Die Filialen werden jetzt dichtgemacht.
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DüsseldorfBurger King will einen Schlussstrich ziehen: Die US-Fast-Food-Kette kündigt ihrem größten Franchise-Nehmer in Deutschland. Die Yi-Ko-Holding betrieb zuletzt 89 Restaurants mit rund 3000 Mitarbeitern. Die Filialen müssen jetzt schließen, doch der Franchise-Nehmer will sich wehren.

Im Frühjahr hatten massive Hygienemängel in den Burger-King-Restaurants für großes Aufsehen gesorgt. Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hatte über die Verstöße berichtet. Außerdem fiel Yi-Ko durch ihr Vorgehen gegen Arbeitnehmer auf – so verklagte der Franchise-Nehmer unter anderem mehrere Betriebsräte. Jetzt platzte der Burger King Beteiligungs GmbH, die im Mai vergangenen Jahres die vormals in Eigenregie betriebenen Filialen noch an Yi-Ko verkauft hatte, offenbar der Kragen.

„Nach dem Hygieneskandal im Mai hat sich zunächst vieles verbessert, doch seit dem Sommer gab es wiederholt Verstöße gegen die geschlossenen Vereinbarungen“, erklärte Burger-King-Deutschland-Chef Andreas Bork in der „Bild“-Zeitung. Daher habe man am Dienstag alle Verträge fristlos gekündigt.

„Die Yi-Ko hat Urlaubsgelder und Zuschläge einbehalten, im Krankheitsfall Gehälter erst verspätet ausgezahlt“, sagte Bork. Das stimme nicht mit den Grundsätzen von Burger King überein. Offenbar gab es aber auch bei der Hygiene erneut Probleme. Die „hohen Standards“ würden nicht überall eingehalten, erklärte Bork in der „Bild“. Eine Rolle bei der Kündigung spielten auch Hinweise, dass Ex-Geschäftsführer Ergün Yildiz „sich wieder in das Tagesgeschäft eingemischt hat“, so Bork. Dabei hatte Burger King mit Yi-Ko im Mai einen Geschäftsführerwechsel vereinbart.

Yildiz hatte die Restaurants 2013 mit einem Geschäftspartner gekauft, nach seinem offiziellen Rückzug als Geschäftsführer blieb er Gesellschafter der Yi-Ko Holding.

Die 89 Burger-King-Filialen müssten jetzt zumachen, teilte die Burger King Beteiligungs GmbH auf Anfrage von Handelsblatt Online mit. Yi-Ko werde mit der Kündigung des Franchise-Vertrages dazu aufgefordert, die Restaurants zu schließen. „Wenn die Yi-Ko dieser Forderung nicht nachkommt, werden wir gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen.“

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Es droht die Insolvenz

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  • Ach so :-).

  • Doch. Ich meinte ja auch nicht irgendeinen Döner, sondern einen "ehrlichen". Halt so einer wo Mechmet den Hammel noch persönlich kannte ;-)

  • Ein Döner??? Nicht mehr die Gammelfleisch-Skandale in Erinnerung?

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