Burger King und Tim Hortons
Fällt Kanadas Nationalsymbol in die Hände der USA?

Die US-Fast-Food-Kette Burger King will Tim Hortons schlucken, kanadische Schnellcafé-Kette und Symbol für das Land Kanada. Damit würde ein wahrer Gigant entstehen. Angeblich soll Warren Buffet beim Umzug helfen.
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OttawaTim Hortons ist das, was man eine „Ikone“ nennt, ein Symbol für ein Land. Tim Hortons, die Schnellrestaurant-Kette, gehört zu Kanada wie Ahornsirup und Eishockey. Am Montag wurden die Kanadier von der Nachricht aufgeschreckt: Tim Hortons und der US-amerikanische Burger King sind in Fusionsverhandlungen. Schluckt Burger King den Tim Hortons-Kaffee samt Donuts oder stärkt sich Tim Horton´s an den Hamburgern des Burger King? Wird das Nationalsymbol Kanadas ausgerechnet von den US-Amerikanern übernommen, mit denen die Kanadier eine legendäre Rivalität pflegen?

Die Wahrscheinlichkeit, auf den Straßen kanadischer Städten und Gemeinden jemanden mit einem Tim Hortons Kaffeebecher zu sehen, grenzt an 100 Prozent. Der „Large Double-Double“, ein großer Becher Kaffee mit einer doppelten Portion Zucker und Milch, gilt als Kanadas populärster Kaffee. Die Restaurantkette hat in Kanada 3630 Niederlassungen und in den USA 866.

Tim Hortons ist so kanadisch, dass die in Afghanistan stationierten Soldaten auf dieses Stück Heimat auch im Kampf gegen die Taliban nicht verzichten wollten. Und so ließ das Unternehmen einen in ein Restaurant umgebauten Container mitsamt riesiger Mengen eingefrorenen Teigs nach Kandahar fliegen und so gab es den „Large Double-Double“ von 2006 bis 2013 auch in Afghanistan, auf der Militärbasis in Kandahar.

Auch wenn die mögliche Übernahme durch Burger King nun am Stolz der Kanadier kratzt: Es wäre nicht das erste Mal, dass Tim Hortons in amerikanischer Hand ist. Von 1995 bis in den Herbst 2006 gehörte die Kette zum US-amerikanischen Wendys-Konzern.

Seit 2006 ist Tim Hortons als selbstständiges Unternehmen an den Börsen in Toronto und New York notiert. In den Augen der Kanadier ist es ein kanadisches Unternehmen. Seinen Namen hat es von Miles Gilbert „Tim“ Horton, einem Eishockeyspieler, der 1964 in Hamilton bei Toronto seinen ersten Coffeeshop eröffnete.

Den Aufstieg des Unternehmens erlebte er aber nicht mehr mit: Horton kam 1974 bei einem Verkehrsunfall ums Leben, aber sein Namen lebt weiter. Im Dezember 2011 eröffnete Tim Hortons seine 4000. Niederlassung. Die Niederlassungen („Franchises“) beschäftigen rund 100.000 Menschen.

Laut einem Zeitungsbericht will Warren Buffett Burger King bei der Verlagerung des Firmensitzes ins steuergünstigere Ausland helfen. Der Starinvestor soll eine entscheidende Rolle bei der zu diesem Zweck geplanten Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons spielen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montagabend (Ortszeit) mit Bezug auf eingeweihte Kreise. Buffetts Holding Berkshire Hathaway wird den voraussichtlich etwa 10 Milliarden Dollar (7,6 Mrd Euro) schweren Deal demnach zu 25 Prozent finanzieren. Buffett würde damit mitten in die öffentliche Debatte um US-Konzerne geraten, die vor den vergleichsweise hohen Unternehmenssteuern aus den USA fliehen.

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