Burger King vs. McDonald's
Burger-Krieg am Frühstückstisch

Hygienemängel, Dumpinglöhne, Dickmacher: Fast-Food-Ketten wie Burger King und McDonald's müssen immer härter gegen ihren schlechten Ruf kämpfen – und um Marktanteile. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Burger.
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Düsseldorf/San Francisco„Shake Shake“ soll es richten. Seit fast zehn Jahren sind die speziell gewürzten Pommes Frites in chinesischen McDonald’s-Läden der Renner. Seit Freitag testet der Burger-Riese in drei Städten in Kalifornien die Resonanz der US-Kunden auf die Spezial-Fritten. Zu jeder Schachtel Pommes gibt es ein Tütchen, zum Beispiel Parmesan-Knoblauch-Mischung, und eine gesonderte Mischtüte, in der Kartoffelsticks und Gewürze dann geschüttelt werden.

Nichts ist mehr heilig, wenn es darum geht, neue Kunden anzulocken, selbst die seit Urzeiten unveränderte Rezeptur der McDonald’s-Pommes wird verändert. Die Fast-Food-Ketten in den USA, von McDonald’s über Burger King bis Wendy’s oder Taco Bell, überbieten sich gegenseitig mit der Kreation neuer Speisen. Auch in Deutschland bemühen sich die beiden Burger-Riesen, mit immer neuen Kreationen Kunden anzulocken – von „regionalen“ Produkten wie McCurrywurst bis hin zu dem kalorienarmen Burger „Little Fried Chicken“. Das neuste Schlachtfeld: der Frühstückstisch.

Not macht erfinderisch. Denn es sind schwere Zeiten für die Burger-Brater. McDonald’s verbuchte 2013 erstmals in Deutschland einen Umsatzrückgang. Ähnlich geht es Burger King. Die Burger-Kette steht wegen Hygienemängeln in der Kritik, die Kunden meiden die Läden, der Umsatz bricht ein.

Doch das ist nicht der einzige Grund für das schwierige Marktumfeld. Der Trend zu gesünderer Ernährung läuft gegen die komplette Branche, das Essverhalten ändert sich – auch in Deutschland: „Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist vorbei“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Ines Heindl. Die Professorin der Universität Flensburg untersucht die kulturelle Bedeutung des Essens. Sie hat festgestellt, dass die Deutschen bei der Wahl ihrer Nahrung „qualitätsbewusster“ werden. 

Darauf müssen sich auch die Burger-Ketten einstellen. Vergangenes Jahr rollte Burger King den Markt mit seinen „Satisfries“ auf, Pommes mit weniger Kalorien und weniger Fett. Ein Zugeständnis an das steigende Gesundheitsbewusstsein der Zielgruppe. Die neuen Fritten hätten „vierzig Prozent weniger Fett und 30 Prozent weniger Kalorien als führende Pommes Frites“, konstatierte das Unternehmen. Wer da wohl gemeint war? Seit März sind die „gesunden“ Pommes Standard beim Kindermenü.

Der Pommes-Gegenschlag des Weltmarktführers kommt jetzt nur wenige Tage vor der Hauptversammlung von McDonald’s. Denn da braut sich was zusammen, und Geschäftsführer Don Thompson muss Tatkraft vorzeigen. Das Unternehmen kommt nicht vom Fleck, die Aktie hinkt hinter der Entwicklung des S&P-500-Index hinterher, Umsatz, Bruttogewinn und operatives Ergebnis stagnieren seit Ende 2010, das Geschäftsmodell zeigt Schwächen – nur das Gehalt des Vorstandschefs steigt jedes Jahr rapide an und die Boni werden gezahlt, selbst wenn er die vereinbarten Zeile nicht erreicht hat.

Das jedenfalls beklagt die Investorengruppe Change To Win in den USA. Sie verwaltet über 250 Milliarden Dollar und ist nach eigenen Angaben „substanzieller Investor“ in der Fast-Food-Kette. In einem Schreiben an die Börsenaufsicht fordert die Gruppe nun die Aktionäre von McDonald’s auf, am 22. Mai auf der Hauptversammlung gegen die opulenten Vergütungen zu stimmen.

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  • Schon die Ausdrucksweise der bisherigen Kommentare zeigt wes geistes Kind die Verfasser sind. Die würden auch Steaks essen, wenn man ihnen anpreist, dass sie bei Tofu gelegen haben und die Beilagen rein vegan seien. Der Preis wäre dann auch bei dieser Qualität egal.

  • Jetzt glaube ich Ihnen schon glatt, dass Sie nicht bei McDreck, WürgerKing und Co essen. Denn dann wüssten Sie, dass man pro Person und "Mahlzeit" mit ca. 6,- Euro rechnen muss. Kleine Extras nicht mitgerechnet. Somit kostet die Verpflegung bei den genannten "Restaurants" mindestens 20,-/Tag/Person. Wie sich das "Arme" leisten sollen, bleibt mir ein Rätsel. Aber keine Sorge, für die gibt es noch reichlich Zuckerhaltige "Nahrungsmittel" bei den Discountern...

  • Der Verbraucher ernährt sich immer bewusster. Die Einstellung hat sich verändert. Ich schätze, die Umsätze werden weiter stagnieren wenn nicht sogar einbrechen. Die "Älteren" treiben Sport und ernähren sich gesundheitsbewußt, die Jüngeren bekommen es dadurch vorgelebt. Mc Doof oder Burger wird dann vielleicht ein ab und zu mal Fett-Erlebnis sein, wie der Mensch auch seinen Kuchen braucht ;-) Nur diejenigen, die sich gute Nahrungsmittel über den Monat nicht werden leisten können, müssen auf diesen fastfood-Mist ausweichen. Und laufen Gefahr, Adipositas und andere Stoffwechselkrankheiten zu bekommen...ein Teufelskreis. Denn in der Regel trifft es dann die Menschen mit geringem Einkommen, die Gesundheitsprognose ist schlecht und erwiesenermaßen sterben "Arme" früher als "Reiche" ein Hoch für die Rentenkasse, wenn ich ganz böse denke....

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