Bus und Bahn Zahl der ÖPNV-Nutzer steigt weiter

Immer mehr Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel - aber nicht in allen Bereichen ist dieses Plus zu verzeichnen. Trotz steigenden Einnahmen ist die Finanzierung der umfangreichen Leistungen noch nicht gesichert.
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Die Ticketeinnahmen stiegen nicht nur wegen der höheren Kundenzahl, sondern auch weil Preise erhöht wurden. Quelle: dpa
Öffentlichen Personennahverkehr

Die Ticketeinnahmen stiegen nicht nur wegen der höheren Kundenzahl, sondern auch weil Preise erhöht wurden.

(Foto: dpa)

Berlin Die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen in Deutschland ist weiter gestiegen. Bundesweit wurden im ersten Halbjahr 2017 rund 5,2 Milliarden Fahrgäste im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gezählt, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 1,5 Prozent, das sich allerdings sehr unterschiedlich verteilt. Im Busverkehr nahm die Zahl der Fahrgäste nur leicht zu, auf der Schiene fiel der Zuwachs im Gegenzug deutlich größer aus.

Die Ticketeinnahmen stiegen den Angaben zufolge insgesamt um 4 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro - nicht nur wegen der höheren Kundenzahl, sondern auch weil Preise erhöht wurden.

„Die guten Zahlen zeigen, dass der ÖPNV noch weiteres Potenzial für stetiges und starkes Wachstum hat und damit Problemlöser Nummer eins in den Städten und Ballungsräumen zur Reduzierung der Emissionen im Verkehrssektor sein kann“, betonte Verbandspräsident Jürgen Fenske.

Das sind die größten Regional-Konkurrenten der Bahn
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In Großbritannien transportiert die Gesellschaft Go-Ahead eigenen Angaben zufolge mit 26.000 Mitarbeitern rund ein Drittel aller Bahnreisenden. So zum Beispiel „Ozzy“ Osbourne, Ex-Lead-Sänger der Band Black Sabbath, in Birmingham (Foto, Mitte). Das Unternehmen, das 1987 im Zuge der Privatisierung städtischer Busnetze durch ein Management-Buyout entstand, gehört inzwischen zu 30 Prozent der französischen SNCF-Tochter Keolis. In Baden-Württemberg will die 2014 in Berlin gestartete Deutschlandtochter nach der nun gewonnenen Ausschreibung 2019 Zugverbindungen aufnehmen.

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Die Pariser Gesellschaft Keolis, die in Deutschland die „Eurobahn“ (Foto) betreibt, ist eine 70-Prozent-Beteiligung der französischen Staatsbahn SNCF. Die restlichen 30 Prozent gehören einer kanadischen Pensionskasse. Keolis beschäftigt weltweit 60.000 Mitarbeitern und setzte zuletzt 5,6 Milliarden Euro um. Die von Düsseldorf aus gesteuerte Deutschland-Tochter ist in Ostwestfalen-Lippe, im sogenannten Hellweg-Netz zwischen Münster und Dortmund sowie zwischen Maas, Rhein und Lippe im Regionalverkehr aktiv. Ihr Marktanteil: Zwei Prozent.

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Die Hessische Landesbahn GmbH (HLB, Foto) gehört dem Land Hessen. Sie betreibt im Schienenverkehr die Strecken Lahntal-Vogelsberg-Rhön und Main-Lahn-Sieg. Hinzu kommen Verbindungen in der Wetterau, das Taunusnetz sowie die 3LänderBahn. In Deutschland kommt sie damit auf einen Marktanteil von drei Prozent.

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Das europaweit operierende Nahverkehrsunternehmen Abellio (Foto) wurde 2001 von der holländischen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen als NedRailways gegründet. Es beschäftigt mehr als 17.000 Mitarbeiter. Hierzulande zählen die Regionen Nordrhein Westfalen (Westfalen-Bahn) und Mitteldeutschland (Saale-Thüringen-Südharz-Netz) zu den Schwerpunkten. Gesteuert wird der Deutschlandbetrieb aus der Firmenzentrale in Berlin. Die operativen Einheiten sind Hagen, Halle/Saale und seit kurzem auch aus Stuttgart. Der Marktanteil liegt bei vier Prozent.

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Der Nahverkehrsanbieter Benex, der sich aus „Better Nexus“ („bessere Verbindung“) abkürzt, gehört zu 51 Prozent der Hamburger Hochbahn AG (HHA). Den Rest stellt der britische Infrastrukturfonds International Public Partnerships. Das Unternehmen mit 1.890 Mitarbeitern und 330 Millionen Euro Umsatz betreibt unter anderem die Regionallinien Metronom (Foto) und Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG), was ihm einen deutschen Marktanteil von rund vier Prozent bringt.

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Die 2003 in Hamburg gegründete Tochter des damals britischen Transportkonzerns Arriva, die sich 2011 den Namen Netinera gab, ist nach eigenen Angaben nach Deutscher Bahn und Transdev das drittgrößte Eisenbahnunternehmen Deutschlands ¬ mit einem Marktanteil von vier Prozent. Nach dem Verkauf Arrivas an die Deutsche Bahn ging die Deutschland-Tochter 2010 an ein Konsortium der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato (51 % der Anteile) und eines französisch-luxemburgischen Infrastrukturfonds. Die 3.800 Mitarbeiter betreiben unter anderem die Regentalbahn, die Berchtesgadener Landbahn und die Vlexx (Foto), die auch nach Frankreich fährt.

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Der französische Bahn-Verfolger Transdev gehört der staatlichen staatlichen Caisse des Dépôts und Veolia. Der Konzern zählt 119.000 Beschäftigte und erwirtschaftete einen Umsatz von acht Milliarden Euro. In Deutschland betreibt die Gesellschaft unter anderem die Bayerische Oberlandbahn (Foto), die Nord-Ostsee-Bahn in Schleswig-Holstein und die Nordwestbahn in Niedersachsen – mit einem deutschen Marktanteil von vier Prozent.

Die meisten Fahrgäste sind weiter im Bus unterwegs. Der Anteil liegt den Angaben zufolge aktuell bei 40 Prozent. Mit einem Anstieg um 0,5 Prozent legte die Zahl der Kunden im ersten Halbjahr aber nur unterdurchschnittlich zu. Vor allem im ländlichen Raum schwächelt die Nachfrage seit Jahren, vielerorts sinken die Zahlen.

Die Straßen-, Stadt- und U-Bahnen registrierten hingegen einen Anstieg der Fahrgastzahlen um 2,0 Prozent, bei S-Bahnen und im Eisenbahn-Regionalverkehr waren es 2,7 Prozent. Die Ticketpreise stiegen im ersten Halbjahr um durchschnittlich etwa zwei Prozent.

Fenske betonte, es sei wichtig, dass die Einnahmen weiter steigen. Die Unternehmen bräuchten jeden Cent davon, um immer umfangreichere Leistungen zu finanzieren. „Für notwendige zusätzliche Investitionen in den Ausbau und in die Modernisierung der Infrastruktur oder in neue Fahrzeuge bleibt allerdings nichts übrig“, betonte Fenske. Wenn die Schadstoffbelastung in den Innenstädten durch den Umstieg auf Bus und Bahn gesenkt werden solle, sei deshalb ein Sonderprogramm notwendig.

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  • dpa
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