Bustochter offenbar vor Verkauf
Bahn verhängt Ausgabenstopp

Angesichts der anhaltend schwachen Konjunktur hat die Bahn einen konzernweiten Ausgabenstopp für Sachaufwendungen verhängt. Ein Sprecher der Bahn erklärte am Mittwoch: „Wir wollen sicherstellen, dass wir unser Ziel erreichen, zum Jahresende schwarze Zahlen zu schreiben.“

HB BERLIN. Betroffen von dieser „normalen vorsorglichen unternehmenischen Gegensteuerungsmaßnahme“ seien sämtliche Budgets, ausgenommen Ausgaben für den laufenden Bahnbetrieb und die Sicherung von Qualität und Service. Das Einsparpotenzial des Ausgabenstopps wurde nicht beziffert.

Nach Angaben der Gewerkschaft Transnet will die Bahn zudem noch dieses Jahr mit der Bustochter Deutsche Touring GmbH eine weitere Beteiligung verkaufen. Es sei unverständlich, warum mit dem hochprofitablen Unternehmen kurzfristig Geld in die Kasse gespült werden solle, kritisierte Transnet. Ein Bahnsprecher lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab. Die Bahn hält laut Geschäftsbericht 82,8 Prozent der Anteile an dem Unternehmen mit 260 Beschäftigten, das vor allem im internationalen Linienverkehr tätig ist. Bereits im Frühjahr kamen die Bahn-Töchter Mitropa und Ameropa auf die Verkaufsliste.

Bahnchef Hartmut Mehdorn hat wiederholt einen Gewinn für 2004 in Aussicht gestellt. Dies gilt als Voraussetzung für eine baldige Entscheidung des Bundes als Eigentümer über einen Börsengang, den der Konzern für 2006 anstrebt. In den ersten fünf Monaten hatte die Bahn ihren Verlust langsamer als geplant verringert. Bis Ende Mai lag das Betriebsergebnis nach Zinsen dpa-Informationen zufolge noch mit gut 70 Millionen Euro im Minus. Das war zwar über 60 Millionen Euro besser als im Vorjahreszeitraum, laut Plan hätte aber schon ein kleiner Gewinn eingefahren werden sollen. Die Halbjahresbilanz will der Vorstand am 16. August vorlegen.

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