Bwin
Sportsender und Vereine laufen Sturm gegen Wettverbot

Der Sportsender DSF hat rechtliche Schritte gegen ein Verbot privater Sportwetten angekündigt. Sportfunktionäre fürchten, dass durch das Wettverbot für Bwin Sponsorengeldern bei Amateuren, Jugendlichen und kleinen Sportvereinen verloren gehen. Der Freistaat Sachsen begründet das Verbot vor allem damit, dass Bwin variable Wettquoten angeboten habe.

DÜSSELDORF. Das Land Sachsen hatte die Untersagung der Geschäfte des Sportwettenanbieters Bwin neben dem Angebot variabler Wettquoten mit der Beteiligung ausländischer Geldgeber sowie dem Online-Auftritt des Unternehmens begründet. Das geht aus der Untersagungsverfügung hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Untersagung ist allerdings nicht mit einem Entzug der Lizenz gleichzusetzen. Bwin, die ehemalige Betandwin, verfügt über eine Lizenz für Sportwetten, die noch zu DDR-Zeiten ausgestellt worden ist. Zu dieser Zeit aber, begründet das sächsische Innenministerium, habe es nur Sportwetten mit festen Quoten gegeben. Somit habe das Unternehmen sein Angebot über das lizenzierte Maß hinaus erweitert.

Fernsehsender zeigen sich entsetzt über ein mögliches Verbot von privaten Sportwetten in ganz Deutschland. Rainer Hüther, Vorstand des Medienunternehmens EM.TV, sagte dem Handelsblatt: "Die Politik nimmt uns einen großen Wachstumsmarkt. Das ist für uns sehr bitter." Der Chef des Deutschen Sportfernsehens (DSF) kündigte rechtliche Schritte gegen die mögliche Entscheidung an. „Das staatliche Wettmonopol ist auf Dauer nicht zu halten“, sagte er.

Der österreichische Sportwettenanbieter Bwin ist mit seinem Werbeetat ein wichtiger Kunde für private Sender. Brancheninsider schätzten das Werbebudget auf rund 55 Mill. Euro jährlich. Allein beim DSF kommen 15 Prozent der Reklameumsätze aus dem Wettgeschäft. Ein Großteil stammt direkt aus der Kasse von Bwin.

Hüther wirft der Politik durch die Untersagungserklärung von Bwin in Sachsen eine Wettbewerbsverzerrung vor. "Wir werden doppelt bestraft. Es brechen uns nicht nur Umsätze weg, sondern Werbegelder wandern direkt zu unserem Wettbewerber Eurosport. Das ist Inländerdiskriminierung", kritisierte der Medienmanager. Eurosport gehört dem französischen Medienkonzern TF 1 und ist von einem Verbot von privaten Sportwetten und der Bewerbung in Deutschland nicht betroffen. "Private Wetten sind eine Wachstumsmarkt im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich", sagte Hüther.

Politiker und Sportfunktionäre sind empört

Parteiübergreifend haben die Sportpolitiker im Deutschen Bundestag schockiert auf die Entscheidung des sächsischen Innenministeriums reagiert, dem privaten Wettanbieter bwin das Anbieten von Sportwetten im Freistaat zu untersagen.

„Der Ausschluss von bwin ist das jüngste Kapitel einer Reihe von Fehlentscheidungen, die den Ländern und dem Sport teuer zu stehen kommen werden: Man verzichtet auf zusätzliche Sponsorenmöglichkeiten, die der Sport so dringend nötig hat“, sagte der sportpolitische Sprecher der FDP, Detlef Parr.

Die Basketball Bundesliga BBL hat das Verbot von privaten Sportwettenanbietern in Sachsen ebenfalls scharf kritisiert. „Es liegt doch auf der Hand, dass die Argumente Suchtprävention und Jugendschutz vorgeschoben sind. Das ist für mich Heuchelei, das Verbot ist rein fiskalisch motiviert“, sagte Jan Pommer, Geschäftsführer der BBL dem Handelsblatt. „Ich halte das für kreuzverkehrt. Nicht nur, weil wir Geschäftspartner von bwin sind“.

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