BZA
Firmen stellen wieder Zeitarbeiter ein

Das Geschäft mit der Leiharbeit zieht an. Die deutschen Zeitarbeitsunternehmen stellen wieder verstärkt Mitarbeiter ein. Ein gutes Zeichen, denn die Entwicklung der Branche gilt als Krisenbarometer. Warum es für eine Trendwende ab trotzdem noch zu früh ist.

DÜSSELDORF. Das Geschäft der deutschen Zeitarbeitsunternehmen belebt sich seit drei Monaten wieder deutlich. Deswegen stellt die Branche wieder verstärkt Mitarbeiter ein, nachdem der Personalbestand im Mai seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA) dem Handelsblatt. Die Entwicklung der Zeitarbeitsbranche gilt als Krisenbarometer und konjunktureller Frühindikator.

Nach zwölf Monaten Rückgang war die Beschäftigtenzahl der Branche im Juni erstmals wieder gestiegen, und zwar um knapp vier Prozent auf 526 000. "In diesem Rahmen hat sich die Entwicklung im Juli und August fortgesetzt", sagte der BZA-Sprecher. Damit dürften im August etwa 550 000 Menschen in der Branche beschäftigt gewesen sein. Das ist allerdings nichts im Vergleich zu den Boomzeiten der Zeitarbeit: Im Juli vergangenen Jahres gab es in Deutschland noch 823 000 Zeitarbeiter.

Dass es aufwärts gehe, berichteten alle Unternehmen der Branche unisono, sagte der BZA-Sprecher. Ob der Anstieg nur das übliche saisonale Zwischenhoch oder das Ende der Krise signalisiere, lasse sich noch nicht sagen. Dazu müsse man weiter abwarten. Hartmut Lüerßen von der Unternehmensberatung Lünendonk spricht nur von einer Stabilisierung des Geschäfts. Im Südwesten Deutschlands sei die Situation am angespanntesten. Dort sei der Rückgang vor allem wegen der dort ansässigen Automobilindustrie und des Maschinenbaus auch besonders hoch gewesen. Es sei der gehobene Mittelstand, der derzeit die Nachfrage stütze, sagte Lüerßen. Gesucht würden kaufmännische, technische und IT-Qualifikationen. Auch im Facharbeiterbereich werde eher gesucht.

Hier versuchten Zeitarbeitsunternehmen auch weiterzubilden. Mit einer Trendwende rechnet Lüerßen aber erst, wenn sich auch die Wirtschaft wieder nachhaltig erholt. Dies dürfte erst im Laufe des kommenden Jahres der Fall sein. Gerade die größeren Anbieter seien noch skeptisch, ob der Aufwärtstrend anhalte.

Anders die mittelgroßen: Die Trendwende habe bereits eingesetzt, meint Darko Lalos, Chef der Trenkwalder Personaldienste. In den vergangenen acht Wochen habe das Unternehmen mehr als 1000 neue Mitarbeiter eingestellt. Lalos ist überzeugt, dass der Aufschwung anhält. Er beruft sich auf seine Kunden, bei denen es aufwärts gehe und bereits eine gewisse Trendwende eingesetzt habe. In Deutschland beschäftigt Trenkwalder 5600 Mitarbeiter und liegt mit einem Umsatz von 200 Mio. Euro auf Platz zwölf der größten Personaldienstleister.

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