C-Serie-Deal
Airbus – Boeing 1:0

Mit dem Einstieg von Airbus beim kanadischen Flugzeughersteller Bombardier nehmen die Kooperationspartner US-Präsident Donald Trump den Wind aus den Segeln und geben Boeing eine Ohrfeige. Ein Kommentar.
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AtlantaDer europäische Flugzeugbauer Airbus übernimmt die Mehrheit an der C-Serie des kanadischen Konkurrenten Bombardier und will in Zukunft einen Teil davon in Alabama bauen. So soll künftig der US-Markt bedient werden. Damit haben Airbus und Bombardier am Montagabend die Branche überrascht.

Ein genialer Schachzug, der sowohl Donald Trump als auch Boeing einen Schock versetzt haben dürfte. Die US-Regierung hatte erst vor wenigen Wochen nicht zuletzt auf Druck von Boeing dem kanadischen Hersteller Bombardier Strafzölle von 300 Prozent auf seine C-Serien-Flugzeuge verhängt. Das US-Handelsministerium wirft Kanada vor, Bombardier unfair zu subventionieren.

Mit der jüngsten Ankündigung und der geplanten Produktion in Alabama nehmen Bombardier und Airbus den US-Amerikanern die Grundlage der Beschwerden weg.

US-Präsident Donald Trump kann das Ganze durchaus als Erfolg darstellen: Durch seinen Druck holt er Arbeitsplätze in die USA. Ob das Unternehmen dabei amerikanisch oder europäisch ist, dürfte ihm egal sein. Hauptsache, die Produktion liegt in den USA.

Boeing dagegen steht nun ziemlich dumm da. Die recht billige Masche, sich die Konkurrenz fernzuhalten, geht nicht auf. Viele Alternativen bleiben dem Airbus-Konkurrenten nun nicht mehr.

Boeing hat kein Produkt in der Kategorie der C-Serie – ein Mittelstreckenflugzeug mit 100 bis 150 Sitzplätzen. Den Bau der 717, die der C-Serie am nächsten kommt, hat Boeing schon vor zehn Jahren eingestellt, wie auch Delta-Chef Ed Bastian vergangene Woche bemerkte. Er gehört zu den größten Kunden der C-Serie und dürfte geschockt gewesen sein von den Strafzöllen.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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