Café-Kette: Warum wir Kaffee bei Starbucks trinken – oder nicht

Café-Kette
Warum wir Kaffee bei Starbucks trinken – oder nicht

Der Druck auf Starbucks wächst - zumindest in Europa. Angesichts der Preise ist die Frage schon berechtigt, warum sich der Weg zur US-Kette lohnt. Handelsblatt Online hat einen kritischen Selbsttest gemacht.
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DüsseldorfIch trinke Kaffee – gerne und nicht wenig. Am liebsten morgens, am liebsten aus der „Presskanne“ mit ordentlich Prütt im Becher. Gemahlen muss er dafür sein, von welcher Marke ist mir dabei ziemlich egal. Zuhause und im Büro schmeckt er am besten, unterwegs - also „to go“ - muss nicht sein: aus dem Pappbecher ist er mir zu heiß. Außerdem habe ich keine Lust, ihn mit in die Bahn zu schleppen. Ein Grund, warum ich in Deutschland so gut wie nie zu Starbucks gehe.

Vielleicht ein, zwei Mal pro Jahr, wenn es hoch kommt. Anders läuft es, wenn ich in den USA meinen Urlaub verbringe. Starbucks findet sich dort an jeder Ecke, auf 500 Metern gibt es manchmal drei Filialen, in manchem Einkaufszentrum sind es noch mehr. Ich bin den ganzen Tag unterwegs, laufe, schaue mir Städte an und sitze nicht am Schreibtisch. Die „Presskanne“ ist weit weg, aber der Starbucks so nah.

Und obwohl ich mich dann über die Allmacht der Café-Kette beschwere und nach Alternativen umschaue, zieht es mich am Ende doch oft zur Starbucks-Theke. „One Americano, tall, please“, oder wenn es heiß ist, statt schwarzem Kaffee auch mal einen „Iced-Coffee, please“. Ich kann es einfach nicht verhindern. Und dann schmeckt er auch noch, der Starbucks-Kaffee. Er ist nie zu schwach und in den USA auch nicht so teuer wie hierzulande – dem Euro-Kurs sei Dank. (Tobias Döring)

Seien wir mal ehrlich, das Konzept von Starbucks ist so simpel wie großartig. Bei der Kaffeekette sieht es überall auf der Welt gleich gemütlich aus: große Kaffeebecher, an denen man seine Hände wärmen kann, bequeme Sofas, dunkle Holztische. Das schafft leider nicht jedes Café, sonst würde ich durchaus lieber dem kleinen Ein-Mann-Betrieb mein Geld geben. 

Egal wo man ist, das Starbucks-Kaffee-Ritual kann man überall ausüben. In einer Zeit, in der zumindest Studierte oder Studierende oft im Zwei-Jahres- oder -Monats-Rhytmus ihren Wohn- oder Arbeitsort wechseln, sorgt das für ein bisschen Beständigkeit im Leben. Und seit einiger Zeit kommt noch ein weiterer Pluspunkt hinzu, den nicht jedes andere kleine Café bieten kann: Die Kette serviert Fair-Trade-Ware, also Kaffee, bei dem die Bauern tatsächlich ordentlich für ihre Arbeit bezahlt wurden. 

Auch ich bin dagegen, dass alle Innenstädte dieser Welt mit den gleichen Ladenketten ausgestattet werden. Aber solange nicht jede Stadt dieser Welt ihre eigenen, zentralen, gemütlichen Cafés mit Sofas und Fairtrade-Kaffee hat, muss ich wohl weiter Hin und Wieder zu Starbucks gehen. (Dana Heide)

Starbucks steht für Globalisierung, ein bisschen wie McDonald’s: Die Läden sind überall. Gibt es nicht ein kleines Café um die Ecke statt einer weltumspannenden Kette? Starbucks steht für lächerliches Italiano-Denglisch. Einen Iced Kakao-Cappucino, bitte. Starbucks hat den Kaffee zum Mitnehmen erfunden, lädt aber zum Verweilen ein. Wenn man schon so viel Geld ausgibt. Das WLAN ist schließlich kostenlos.

Starbucks ist aber tatsächlich auch guter Kaffee, wenn man die Finger von Soja-Milch und Apple-Crumble-Aroma lässt. Vor allem im Heimatland der Kette: In Amerika, wo viele Restaurants den Brühkaffee in der Riesenkanne stundenlang vor sich hinköcheln lassen, bis er hart wird, gibt Starbucks die Garantie für einen guten (wenn auch teuren) Wachmacher. (Christof Kerkmann)

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"Lieber zu Ikea"

Kommentare zu "Warum wir Kaffee bei Starbucks trinken – oder nicht"

Alle Kommentare
  • Ich bin der Meinung: Nicht alles was aus USA kommt ist gut! dazu gehört auch Starbucks und sonstige weitere "Ketten".
    WARUM müssen WIR das in Europa überhaupt übernehmen? Da gehe ich doch lieber in eine urige KAFFEE-RÖSTEREI, mit angrenzendem gemütlichen Cafe.

  • Starbucks ist die überflüssigste aller überflüssigen Ami-Firmen. Und wer sich deren sektiererhaften Gehabes und dem Kunst-Sprech unterwirft und dafür auch noch (zuviel) bezahlt, kann mir bloß leid tun. [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Welch ein Glück, dass ich das Problem gar nicht kenne :-)

    Ich trinke Tee. Aber bitte richtigen Tee, kein gefärbtes Wasser (warmes Wasser in das ein Beutel mit Teestaub getaucht wird).

    Wenn überhaubt, dann ein Cappuccino in der Eisdiele beim Italiener - und auch nur dort.

  • Den teuersten Starbucks Kaffee hab ich wohl am Flughafen in Bangkok getrunken . 120 Baht für einen schwarzen Kaffee tall . Das sind umgerechnet ca. 2,60 Euro . Dagegen sind die 1,30 Dollar in Amerika ein Schnäppchen . Sehr merkwürdig .

  • Nein! Ich muss ganz sicher nicht die Kunstwörter eines Ami-Konzerns kennen.
    Für viel wichtiger halte ich es da, zu wissen, dass ein Cappuccino mit Milch gemacht wird und nicht mit Sahne - und, dass die Mehrzahl von Coppuccino nicht Cappucchinos heißt sondern Cappucchini. Zumindest im italienischen - und daher kommt er nun mal :-)

  • Hm, ich finde man sucht sich das Cafe je nach Gelegenheit,Zeit und Zweck aus: wenn ich beim einkaufen bin und alleine unterwegs bin, dann gehe ich gerne zu Starbucks. Schnell einen leckeren Vanilla Latte Macchiato auf die Hand oder hingesetzt mit einem Muffin und schnell SMS gecheckt. Wenn ich dagegen mit Freunden/Familie unterwegs bin und richtig Kaffee und Kuchen genießen will dann gehe ich zum Cafe Maldaner bei uns, das ist ein altes Cafehaus mit Wiener Flair und selbstgemachtem Kuchen. "Each its own", für mich kann sowohl das eine als auch das andere nebeneinander bestehen. Warum nicht beides nutzen ?

  • "Mich nervt es total, wenn ich meinen Vornamen sagen muss, um einen Kaffee zu bekommen. "
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    Spätestens hier käme von mir ein scharfer Blick und eine hochgezogene Augenbraue: Wie ich heiße, geht in einem Café niemand was an.
    Die Frage nach der Postleitzahl bei Ikea ist de facto anonym und dient nur zur Feststellung der Reichweite einer Filiale.

  • Mokka war in meiner Jugendzeit ein starker Kaffee mit einem besonderen Geschmack, daraus haben die Amerikaner einen Schoko-Kaffee mix gemacht, fuer die bewusste Verfaelschung von einem Herkundftsbegriff sollten diese belangt werden

  • "Und alle rennen hin,.." das fiel mir bei meinen Starbucks-Besuchen als Konsument auch auf. Fast ausschließlich nur Frauen dort und fast alle davon total verblödet, Smartphone in der Hand und mit ihrer passiv anwesenden "Freundin" über inhaltslose Dinge sprechen. Ich glaube das zeichnet den Besucher vom Nicht-Besucher bei Starbucks aus. Es geht schlichtweg um Trendstyle, der über US-Sitcoms in unsere Gesellschaft transferiert wird. Frauen sind natürlich für dieses herdenartige Konsumverhalten eher zugänglich, im Vergleich zu männlichen Artgenossen. "Coffee to GO" ist ebenso eine Erfindung amerikanischer TV-Serien. Und auch hier sieht man nur vereinzelt mal einen verweiblichten Kerl mit sowas herumlaufen. Mit Offenheit hat der Besuch bei Starbucks meiner Meinung nach nicht viel zu tun!!

    Nicht umsonst, ist 85% der Werbung auf Frauen abgezielt, weil diese eben "offener" im Konsumverhalten sind. Mit intellektueller Offenheit hat dies allerdings nichts zu tun. Eher mit trendartiger Mitläuferkultur.

  • Die Bestellung bei Starbucks ist wirklich sehr nervig. Und teuer ist es. Es gibt ziemlich viele Cafes die ähnliche/dieselben (oder auch mehr) Sachen anbieten für die Hälfte des Preis, und ohne das Gefühl zu bekommen mit einer Telefonhotline zu reden.

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