Carlsberg und Heineken
Brauer setzen auf Bierdurst in Übersee

Der Braukonzern Carlsberg hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Bier verkauft. Milliardenschwere Abschreibungen sorgten so für einen hohen Verlust. Ganz anders läuft es beim Konkurrenten Heineken.

Kopenhagen/AmsterdamDer weltweit viertgrößte Bierbrauer Carlsberg rechnet nach einem Milliardenverlust 2015 mit einem weiteren schwierigen Jahr. Eine wachsende Nachfrage in Asien soll den operativen Gewinn 2016 dennoch um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz nach oben treiben, wie das Unternehmen am Mittwoch in Kopenhagen mitteilte.

Auf dem Heimatkontinent erwartet der seit Juni amtierende Vorstandschef Cees 't Hart ein schwieriges Geschäft: In Westeuropa dürfte der Bierdurst trotz der anstehenden Fußball-Europameisterschaft stagnieren, und in Osteuropa stehe das Geschäft wegen der Krise in Russland weiter unter Druck.

Im abgelaufenen Jahr verkaufte das Unternehmen mit 120 Millionen Hektolitern rund zwei Prozent weniger Bier von Marken wie Tuborg, Holsten Pilsener und Kronenbourg. Ohne Zukäufe hätte das Minus sogar vier Prozent betragen. Probleme hat Carlsberg vor allem wegen der wirtschaftlichen Probleme in Russland, wo der Konzern nach einem großen Zukauf Marktführer ist. Das Unternehmen schließt eine Reihe von Brauereien und streicht 2000 Jobs. Der Umsatz nahm dank gestiegener Preise dennoch um gut ein Prozent auf 65,4 Milliarden Dänische Kronen (8,8 Milliarden Euro) zu.

Unter dem Strich stand wegen milliardenschwerer Abschreibungen und den Kosten des Konzernumbaus ein Verlust von 2,9 Milliarden Kronen. Ein Jahr zuvor hatte Carlsberg noch 4,4 Milliarden Kronen verdient. Dennoch sollen die Aktionäre wie im Vorjahr eine Dividende von neun Kronen erhalten.

Ganz anders läuft es beim Konkurrenten Heineken. Der Bierbrauer hat 2015 dank starker Nachfrage aus Amerika einen kräftigen Gewinnsprung hingelegt. Gute Verkaufszahlen in den USA und ein heißer Sommer in Europa haben dem niederländischen Brauereikonzern im vergangenen Jahr ein Gewinnplus von 25 Prozent beschert. Der anteilige Nettogewinn des Konzerns betrug 1,89 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 20,51 Milliarden Euro, wie Heineken am Mittwoch mitteilte.

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Starke Nachfrage nach Heineken in den USA

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