Carlsberg und Heineken Brauer setzen auf Bierdurst in Übersee

Der Braukonzern Carlsberg hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Bier verkauft. Milliardenschwere Abschreibungen sorgten so für einen hohen Verlust. Ganz anders läuft es beim Konkurrenten Heineken.
Update: 10.02.2016 - 09:27 Uhr
Der dänische Brauer setzt auf die wachsende Nachfrage in Asien. Quelle: Reuters
Carlsberg in malaysia

Der dänische Brauer setzt auf die wachsende Nachfrage in Asien.

(Foto: Reuters)

Kopenhagen/AmsterdamDer weltweit viertgrößte Bierbrauer Carlsberg rechnet nach einem Milliardenverlust 2015 mit einem weiteren schwierigen Jahr. Eine wachsende Nachfrage in Asien soll den operativen Gewinn 2016 dennoch um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz nach oben treiben, wie das Unternehmen am Mittwoch in Kopenhagen mitteilte.

Auf dem Heimatkontinent erwartet der seit Juni amtierende Vorstandschef Cees 't Hart ein schwieriges Geschäft: In Westeuropa dürfte der Bierdurst trotz der anstehenden Fußball-Europameisterschaft stagnieren, und in Osteuropa stehe das Geschäft wegen der Krise in Russland weiter unter Druck.

Im abgelaufenen Jahr verkaufte das Unternehmen mit 120 Millionen Hektolitern rund zwei Prozent weniger Bier von Marken wie Tuborg, Holsten Pilsener und Kronenbourg. Ohne Zukäufe hätte das Minus sogar vier Prozent betragen. Probleme hat Carlsberg vor allem wegen der wirtschaftlichen Probleme in Russland, wo der Konzern nach einem großen Zukauf Marktführer ist. Das Unternehmen schließt eine Reihe von Brauereien und streicht 2000 Jobs. Der Umsatz nahm dank gestiegener Preise dennoch um gut ein Prozent auf 65,4 Milliarden Dänische Kronen (8,8 Milliarden Euro) zu.

Unter dem Strich stand wegen milliardenschwerer Abschreibungen und den Kosten des Konzernumbaus ein Verlust von 2,9 Milliarden Kronen. Ein Jahr zuvor hatte Carlsberg noch 4,4 Milliarden Kronen verdient. Dennoch sollen die Aktionäre wie im Vorjahr eine Dividende von neun Kronen erhalten.

Das sind die größten Bierbrauer der Welt
Platz 10: Groupe Castel
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Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß: 29,8 Millionen Hektoliter

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2014

Platz 9: Kirin
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Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß: 43,1 Millionen Hektoliter

Platz 8: Yanjing
3 von 10

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß: 48,3 Millionen Hektoliter

Platz 7: Molson Coors
4 von 10

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß: 58,1 Millionen Hektoliter

Platz 6: Tsingtao Brewery Group
5 von 10

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß: 70,5 Millionen Hektoliter

Platz 5: China Resources Brewery
6 von 10

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß: 117,4 Millionen Hektoliter

Platz 4: Carlsberg
7 von 10

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß: 120,3 Millionen Hektoliter

Ganz anders läuft es beim Konkurrenten Heineken. Der Bierbrauer hat 2015 dank starker Nachfrage aus Amerika einen kräftigen Gewinnsprung hingelegt. Gute Verkaufszahlen in den USA und ein heißer Sommer in Europa haben dem niederländischen Brauereikonzern im vergangenen Jahr ein Gewinnplus von 25 Prozent beschert. Der anteilige Nettogewinn des Konzerns betrug 1,89 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 20,51 Milliarden Euro, wie Heineken am Mittwoch mitteilte.

Starke Nachfrage nach Heineken in den USA
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