Casper, Bett1, Bruno
Start-ups mischen den Matratzenmarkt auf

Kein lästiges Probeliegen, keine Riesenauswahl. Und geliefert wird sie auch noch kostenlos. Immer mehr Start-ups mischen den Markt mit Matratzen aus dem Internet auf. Wie groß ist die Konkurrenz für den Handel?
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BerlinFür ein neues Leben braucht es nicht viel: eine Matratze, mehr nicht. So zumindest ist das Versprechen jener Start-ups, die seit einiger Zeit vornehmlich in Berlin gegründet werden. Sie heißen Bruno oder Emma, Muun oder Eve – und orientieren sich vielfach an einem amerikanischen Vorbild. Casper ging 2014 in den USA an den Start und hat seitdem eigenen Angaben zufolge 100.000 Matratzen verkauft. Allein im Sommer vergangenen Jahres sackte das Start-up 55 Millionen US-Dollar von Investoren ein.

Ein anderes Vorbild scheint Bett1.de zu sein. Das Unternehmen aus Hamburg vertreibt seine Universalmatratze Bodyguard nur online. 2015 bekam das Modell von der „Stiftung Warentest“ „die beste je von uns für eine Matratze vergebene Note: 1,8.“

„Du lebst, wie du schläfst“, schreibt Casper. Bruno verspricht „einen unvergleichlichen Schlaf“. Emma appelliert: „Träume glücklicher.“ Und das Londoner Unternehmen Eve stellt fest: „Jeder großartige Tag beginnt in der Nacht zuvor.“ Das Versprechen: ein besseres Leben; die Voraussetzung: eine der neuen Einheitsmatratzen. „Das Marketing beherrschen alle Anbieter“, schreibt „Stiftung Warentest“.

Versucht man, sich einen Überblick über die neuen Matratzen-Macher zu verschaffen, verschwimmen die Anbieter schnell. Nicht nur ihre Homepages ähneln sich, auch die Angebote sind fast identisch: Meist gibt es ein „One fits all“-Modell mit nur einem Härtegrad, auf dem jeder bequem liegen können soll. Die Käufer kriegen ihre Matratze frei Haus geliefert, können bis zu 100 Tage probeschlafen und gegebenenfalls kostenlos zurücksenden.

Alle Anbieter geben an, ihr Produkt selbst entwickelt zu haben. Auf das „Made in Germany“ legen sie besonderen wert. Eve kommt aus London. In Großbritannien müssen Polstermöbel laut „Stiftung Warentest“ einen Entzündungstest bestehen. Folglich fanden die Tester Flammschutzmittel – das gilt allerdings als krebserregend. Mittlerweile hat das Unternehmen umgeschwenkt und gibt an, die Produkte seien schadstofffrei.

Die Preise für eine zweimal 1,40 Meter große Matratze liegen in der Regel zwischen 550 und 600 Euro. Die „Bodyguard“ ist mit 329 Euro deutlich günstiger. Viele Anbieter haben mittlerweile auch Bettbezug, Kissen und Decken im Angebot. Einige auch Boxspringbetten. Unterschiede? Kaum bemerkbar.

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Warum das Thema Schlaf immer wichtiger wird

Kommentare zu " Casper, Bett1, Bruno: Start-ups mischen den Matratzenmarkt auf"

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  • "„Generell lässt sich der Kunde vor allem größere und sperrige Produkte gerne liefern – wenn das mit wenig Versandkosten verbunden ist.“"

    Wenn ich eine Matratze kaufe, will ich sie vorher probeliegen- genauso wie ich Schuhe/Kleidung VORHER anprobiere.

    Sich die gewünschte Matratze liefern lassen, geht auch im Old-Style-Kauf.

    Nicht alles kann/muß online erfolgen.

  • Nicht jedes Start Up hat auch eine gute Performance was den Service anbelangt.
    Meine Kollege wollte bei bett1 eine vielbeworbene Matratze kaufen. Unter der angegebenen Anschrift in Hamburg gab es den Laden allerdings nicht mehr. Anruf (es gab nur die Nr. dieses Ladens) kein Durchkommen und kein Hinweis per Band. Im Impressum wird gleichfalls nur auf diesen Laden verwiesen, keinen Hinweis auf den eigentlichen Standort Falkensee.
    Man hätte tatsächlich die Matratze nur online kaufen können, hätte man eine Frage gehabt.... keine Chance.
    Zu einem Start - up gehört nicht nur verkaufen, sondern insbesondere ein guter Service. Solange ich den dort nicht finde, klapper ich lieber nach old fashion Art die Matratzenläden ab.

  • Ich habe mir vor ein paar Monaten bei bett1 die ehemals als Anti-Kartell-Matratze beworbene Matratzte gekauft, inkl. Lattenrost. Von der Qualität der Produkte bin ich wirklich überzeugt und der Preis war wirklich gut (229 € für eine 100x200cm Matratze).

    Aber ich finde es absolut inakzeptabel, dass erst nach zirka 6 Wochen die Matratze und noch ein paar Wochen später der Lattenrost geliefert wurden. Es heißt, man sei überwältigt von der positiven Resonanz der Matratze (Testsieger). Verbuchen wir das mal unter Startschwierigkeiten. Auf jeden Fall sehe ich nicht ein, für eine Matratze in der Standardgröße 100x200 ein 400 Euro oder mehr zu bezahlen.

    Wenn ich aber höre, dass ein Matratzen-Startup in USA 55 Mio. Dollar "einsackt", dann habe ich den Eindruck, wir sind mitten in der nächsten großen Blase.

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