Cateringfirma Sodexo im Visier der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt prüft derzeit, ob sich die Cateringfirma Sodexo der Körperverletzung strafbar gemacht hat. Die Firma hatte Schulen und Kitas beliefert, wo es zu massenhaften Darminfektionen kam.
Update: 10.10.2012 - 17:59 Uhr Kommentieren
Sodexo-Transportfahrzeug an einer geschlossenen Filiale des Unternehmens an der Nimrodstrasse im Berliner Bezirk Reinickendorf. Quelle: dapd

Sodexo-Transportfahrzeug an einer geschlossenen Filiale des Unternehmens an der Nimrodstrasse im Berliner Bezirk Reinickendorf.

(Foto: dapd)

DarmstadtNach den massenhaften Darminfektionen von Kindern in Ostdeutschland hat sich nun die Darmstadter Staatsanwaltschaft in die Aufarbeitung des Geschehens eingeschaltet. Die Behörde prüfe derzeit, ob sie Ermittlungen gegen Verantwortliche der zuständigen Cateringfirma Sodexo einleiten werde, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Reinhardt am Mittwoch. Konkret untersuche die Staatsanwaltschaft, ob es Hinweise „in Richtung Körperverletzung“ an den betroffenen Kindern gebe, sagte Reinhardt.

Sodexo sicherte zu, mit der Ermittlungsbehörde eng zu kooperieren. Da der Caterer als Empfänger der Erdbeeren auch geschädigt sei, „wollen wir weiterhin an der lückenlosen Aufklärung mitwirken“, teilte das Rüsselsheimer Unternehmen mit.

Auslöser der Erkrankungen waren höchstwahrscheinlich Tiefkühlerdbeeren aus China, die Sodexo von einem sächsischen Zulieferer erhalten hatte. Ob dort Staatsanwälte den Zulieferer unter die Lupe nehmen werden, war zunächst unklar. In Portionen der Erdbeeren waren hoch ansteckende Noroviren nachgewiesen worden.

Der Caterer Sodexo hat seien Hauptsitz in Rüsselsheim, daher fallen die Überprüfungen in die Zuständigkeit der Darmstädter Staatsanwälte. Diese benötigen den Angaben zufolge zwei Wochen für ihre Vorermittlungen. Dann will die Behörde entscheiden, ob und gegebenenfalls gegen wen sie ein Ermittlungsverfahren einleiten wird.

In den vergangenen zwei Wochen waren mehr als 11.000 Erkrankungsfälle im Rahmen des bisher größten lebensmittelbedingten Ausbruchs von Brechdurchfall in Deutschland registriert worden. Die Betroffenen hatten in Schulen und Kindertagesstätten gegessen, die größtenteils von Großküchen der Rüsselsheimer Cateringfirma beliefert worden waren. Der Ausbruch gilt mittlerweile als beendet, weil keine neue Fälle mehr aufgetreten sind.

  • afp
  • dpa
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