Celesio-Boykott
Kartellamt durchsucht Apothekerverbände

Das Bundeskartellamt geht gegen deutsche Apothekerverbände vor, die zum Boykott des zu Celesio gehörenden Pharmagroßhändlers Gehe aufgerufen haben sollen. Die Behörde durchsucht Büros der Verbände in mehreren Bundesländern.

HB FRANKFURT. „Wir prüfen, ob Apotheken von ihren Verbänden angehalten worden sind, ihre Lieferbeziehungen mit Gehe zu beenden“, sagte ein Sprecher der Wettbewerbsaufsicht der „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe). Dem Bericht zufolge wurden am Mittwoch Büros von Apothekerverbänden in fünf Bundesländern durchsucht.

Apotheker und ihre Verbände hatten offen Unmut geäußert, weil Celesio den Arzneimittel-Versandhändler DocMorris gekauft hat, womit der Lieferant erstmals in direkte Konkurrent zu den stationären Apotheken tritt. Celesio hat Umsatzeinbußen in Folge der Übernahme eingeräumt, glaubt diese aber binnen eines Jahres wieder aufholen zu können. Die negativen Reaktionen der Kunden - also der Apotheker - seien im erwarteten Rahmen geblieben. Die größten Konkurrenten von Celesio im Großhandel sind Phoenix, Sanacorp, Anzag und die genossenschaftliche Noweda.

Die Zeitung zitierte einen Sprecher des Bundesverbandes der Apotheker, ABDA, er könne sich nicht vorstellen, dass der Boykottvorwurf gerechtfertigt sei. Büros des ABDA seien nicht durchsucht worden.

Im europäischen Ausland betreibt Celesio seit Jahren neben dem Großhandel eigene Pharma-Verkaufsstellen. In Deutschland ist der Besitz von mehr als vier Apotheken noch verboten, doch gegen diese Regelung laufen mit Verweis auf europäisches Recht mehrere Verfahren. Zunächst will das Stuttgarter Unternehmen Apotheken in Deutschland zu einem Franchise-System mit DocMorris bewegen.

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