Celesio und Sanacorp an der Börse im Aufwind
Gute Zahlen für Pharmagroßhändler

Für den deutschen Pharmagroßhandel ist das Thema Preisnachlässe an Apotheken wohl vorerst ausgestanden. Die Stuttgarter Celesio AG und der kleinere Münchener Wettbewerber Sanacorp haben im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient. Noch vor wenigen Monaten hatte die Branche eine ruinöse Rabattschlacht beklagt.

ant FRANKFURT/M. Der Celesio-Konzern, dessen Deutschland-Geschäft unter dem Namen Gehe firmiert, hat nach eigenen Angaben in den ersten sechs Monate seinen Umsatz zwar nur von 9,1 Mrd. Euro auf 9,4 Mrd. gesteigert. Doch der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um 15 Prozent auf rund 297 Mill. Euro.

Da der Celesio die ganze Bandbreite des Pharmamarktes abdecke, sei er nicht vom Erfolg einzelner Produkte abhängig, begründete Vorstandschef Fritz Oesterle die gute Geschäftsentwicklung. Nachdem er bislang nur vage von einem zweistelligen Ergebniszuwachs gesprochen hatte, stellte er nun auch für das Gesamtjahr ein Plus von 15 Prozent vor Steuern in Aussicht. Die Celesio-Aktie legte daraufhin etwa drei Prozent zu.

Analysten zeigten sich von den Celesio-Zahlen positiv überrascht. Michael Jüngling von Merrill Lynch bekräftigte seine Kaufempfehlung für den im MDax notierten Titel. Alexander Groschke von der Landesbank Rheinlandpfalz sieht den Titel weiter als „Underperformer“, kündigte aber an, Gewinnschätzung und Kursziel anzuheben. HSBC Trinkaus bleibt bei der Empfehlung, den Titel zu reduzieren.

Die bereits am Freitag publizierten Zahlen des Münchener Teilkonzerns Sanacorp Pharmahandel AG kamen ebenfalls gut an. Trotz eines leichten Umsatzrückgang auf 1,1, Mrd. Euro verdiente das Unternehmen deutlich besser als im Vorjahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei von 7,8 Mill. Euro auf 18,2 Mill. Euro gestiegen.

Analyst Ludger Mues vom Bankhaus Sal. Oppenheim lobte den deutlich verbesserten Rohertrag und bekräftigte seine Kaufempfehlung für Sanacorp. Die Aktie legte gestern 1,6 Prozent zu.

Als Grund für die schwache Umsatzentwicklung führte Sanacorp den Vorzieheffekt der Gesundheitsreform an. Der Umsatz des ersten Halbjahres habe darunter gelitten, dass viele Kunden noch im Dezember des vergangenen Jahres bestellt hätten, was sie unter anderen Umständen erst im Januar oder Februar auf die Orderliste gesetzt hätten.

Dieser Effekt machte dem Stuttgarter Konkurrenten offenbar weniger zu schaffen. Celesio ließ gestern sogar wissen, dass sich die im zweiten Halbjahr 2003 begonnene Geschäftsbelebung in der ersten Hälfte dieses Jahres fortgesetzt habe.

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