Chaos in Mainz
Deutsche Bahn will Stammkunden entschädigen

Nach dem Mainzer Chaos will die Bahn ihre Stammfahrer mit Gutscheinen gnädig stimmen. Zudem stellt sich der Konzern wieder auf den Normal-Fahrplan ein. Für den Bundesverkehrsausschuss ist das Thema aber nicht durch.
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BerlinDie Deutsche Bahn entschädigt Stammkunden für die wochenlangen Zugausfälle in Mainz und will ab Freitagabend wieder zum Normal-Fahrplan zurückkehren. Besitzer von Jahres-, Monats- und Wochenkarten im Raum Mainz sollen Reisegutscheine und Bankgutschriften von bis zu 50 Euro erhalten, kündigte der Konzern am Freitag in Berlin an. Mit dem Angebot einer freiwilligen Kulanzleistung wolle man den Stammkunden Gutes tun und verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen, sagte Bahn-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg. Bahnchef Rüdiger Grube hatte sich bereits ebenfalls für die Ausfälle wegen Personalmangels im Mainzer Stellwerk entschuldigt und gesagt, er ärgere sich „tierisch“ darüber. Am Montag tagt zum Thema der Bundestags-Verkehrsausschuss in einer Sondersitzung, zu der auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwartet wird.

Der Zugverkehr in Mainz musste Anfang August eingeschränkt werden, da wegen Krankheitsfällen und der Urlaubszeit im Stellwerk nicht mehr alle Schichten ausreichend besetzt werden konnten. Hintergrund der Personalknappheit sind auch Überalterung und Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter in der Bahn-Netzsparte liegt bei 47 Jahren und damit noch über dem Konzerndurchschnitt.

Im Vorfeld des geplanten Börsengang wurden über Jahre gerade in diesem Bereich jährlich Tausende Stellen abgebaut. Zugleich wurden allerdings die Stellwerke wegen verzögerter Investitionen langsamer als zunächst vorgesehen durch moderne vollelektronische ersetzt, was zu einer Personalentlastung geführt hätte. Bahnchef Grube nannte in der Mitarbeiterzeitung „DB Welt“ dies auch als Grund für die Probleme in Mainz. Es sei nicht wie geplant modernisiert worden, Stellen seien aber trotzdem weggefallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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