Chef Christoph Mueller in Bedrängnis
Tuifly fliegt in Turbulenzen

Europas größter Reiseveranstalter Tui hat vor der geplanten Fusion mit dem britischen Touristikkonzern First Choice Holidays Probleme mit seiner erst zum Jahresbeginn geschaffenen Konzern-Fluggesellschaft Tuifly. Deren Chef Mueller gerät unter Druck.

DÜSSELDORF / MÜNCHEN. Die aus dem Billigflieger HLX und der Charterlinie Hapagfly entstandene Airline Tuifly hat nach Informationen aus Branchen- und Unternehmenskreisen seit ihrem Start die geplanten Ziele bei weitem nicht erreicht. Nun soll der Stuhl von Tuifly-Chef Christoph Mueller wackeln.

Nach Informationen der französischen Wirtschaftszeitung „La Tribune“ wird Konzernchef Michael Frenzel auf der vorgezogenen Aufsichtsratssitzung am Mittwoch vorschlagen, Mueller zum 1. September aus dem Konzernvorstand zu entlassen. In Hannover ist Mueller Controlling-Chef und zugleich für das Fluggeschäft verantwortlich.

Zugleich soll er in der künftigen Tui Travel plc, die im September in London an die Börse gehen soll, Airline-Vorstand werden. Tui Travel entsteht aus der Fusion der Reiseaktivitäten der Tui mit dem britischen Touristikkonzern First Choice, die dessen Aktionäre am 25. Juli noch absegnen müssen.

In der deutschen Touristikbranche wird darüber spekuliert, ob Mueller das Amt überhaupt antreten wird. Diesen Mutmaßungen trat ein Tui-Sprecher gestern entschieden entgegen. Zu den Aussagen über Muellers Zukunft im Konzernvorstand wollte er sich nicht äußern. Auch die Ergebnisentwicklung von Tuifly ließ er unkommentiert. Das Treffen des Aufsichtsrates sei keine Krisensitzung, sagte er. Vielmehr solle über den Stand der Fusion informiert werden.

Die Probleme von Tuifly werden allerdings in Unternehmenskreisen bestätigt. „Von der Zielgeraden sind wir ganz schön weit entfernt“, sagte ein Manager. Das deckt sich mit Einschätzungen aus der Branche, in der die Marke Tuifly von Anfang an skeptisch beurteilt wurde.

Kritisiert wurde unter anderem die Namenswahl, die nach Ansicht eines hochrangigen Funktionärs des Deutschen Reiseverbands „ohne Sinn und Verstand“ getroffen wurde. Sie habe das Fluggeschäft mit Urlaubsreisenden von „Drittveranstaltern“ systematisch zerstört. So sträuben sich etwa die Veranstalter Alltours und Rewe Touristik dagegen, dass ihre Pauschalreisenden mit Maschinen fliegen, die den Namen ihres Konkurrenten auf dem Rumpf tragen.

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