Chef nahm an Verhandlungen teil
Lufthansa und Piloten wollen Tarifstreit zügig beenden

In den zuletzt festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Lufthansa und ihren Piloten kommt offenbar Bewegung.

HB FRANKFURT. Nach einem Spitzengespräch des Lufthansa-Vorstandes und der Pilotengewerkschaft Cockpit erklärten beide Seiten am Mittwoch, es werde jetzt wieder weiterverhandelt. Ziel sei eine zügige Einigung. Ob ein Tarifabschluss, bei dem es nach bisherigem Verhandlungsstand um Kostensenkungen im Personalbereich gehen soll, noch in diesem Jahr angestrebt wird, ließen die beide Seiten offen.

„Die Gesprächspartner haben sich darauf verständigt, den Dialog gemeinsam fortzusetzen, um zügig zu tragfähigen Lösungen zu kommen. Über Details wurde Stillschweigen vereinbart“, erklärten Sprecher von Lufthansa und Cockpit auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Gespräch sei es zu einem offenen und intensiven Austausch gekommen.

Nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen nahmen seitens Lufthansa Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber und Arbeitsdirektor Stefan Lauer an dem mehrstündigen Treffen teil. Die Vereinigung Cockpit hatte nach öffentlichen Äußerungen Mayrhubers vor gut einem Monat auf ein solches klärendes Gespräch mit dem Chef der drittgrößten europäischen Fluggesellschaft gedrängt. Im Regelfall greift ein Unternehmenschef nicht in Tarifverhandlungen ein.

Piloten sollen länger fliegen

Der Lufthansa-Chef hatte angesichts der mittlerweile ein Jahr andauernden Gespräche in Interviews eine baldige Einigung verlangt. Zudem erklärte er, wenn die für Lufthansa notwendigen Kostensenkungen und Produktionssteigerungen nicht erreicht würden, müsse Lufthansa den Flugverkehr innerhalb Europas auf andere kostengünstigere Partner-Fluglinien verlagern. Dies wurde seitens Cockpit als unannehmbare Drohung verstanden. Im Rahmen des konzernweiten Sparprogramms über 1,2 Milliarden Euro binnen zwei Jahren hinkt der Personalbereich noch hinterher.

Bei den Tarifverhandlungen geht es um längere Flugzeiten, Veränderungen in der Gehaltsstruktur und eine mögliche Nullrunde für die gut 3300 Piloten im kommenden Jahr. Cockpit ist auch zu Zugeständnissen in diese Richtung bereit. Als Streitpunkt in den Verhandlungen galt aber bislang vor allem die Forderung der Gewerkschaft, die Billigfluglinie Germanwings in die Tarifstruktur von Lufthansa einzubeziehen. Germanwings gehört als Tochter der Lufthansa-Beteiligung Eurowings zum Einflussbereich der Fluglinie. Die Lufthansa-Aktie lag am Mittwoch leicht mit einem Prozent im Minus bei 10,40 Euro.

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