Chefwechsel beim Konsumriesen
Procter & Gamble holt den alten Hasen zurück

Und er hat noch Reserven: Alan Lafley kehrt an die Spitze von Procter & Gamble zurück, der Mutter des Batterieherstellers Duracell. Der glücklose Vorgänger des 65-Jährigen geht. Personalberater sind verwundert.
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DüsseldorfDie Sache mit der Nachwuchsförderung nimmt Procter & Gamble (P&G) eigentlich sehr ernst. Der Hersteller von Pampers, Gillette-Rasierern und Wella-Haarspray pflegt aber auch intensiv die Kontakte zu Ehemaligen. In Genf treffen sich seit Donnerstag die Ex-Mitarbeiter zu einer großen Konferenz. Für Samstagabend war nach Informationen von Handelsblatt Online bei einem großen Gala-Dinner im Kempinski Grand Hotel eine Rede von Vorstandschef Bob McDonald angekündigt. Doch der Chef ist nicht mehr Chef. Und ausgerechnet ein Ehemaliger tritt in seine Fußstapfen.

Eigentlich gilt der Spruch: Während der Karriere begegnet man zwei Idioten – dem eigenen Vorgänger und dem Nachfolger. Im Fall von Bob McDonald ist es jetzt ein und derselbe „Idiot“. A.G. Lafley war beim Konsumgüterkonzern Procter & Gamble McDonalds Vorgänger und ist seit dem späten Donnerstagabend auch sein Nachfolger. „Der Verwaltungsrat hat mich angerufen und gefragt, ob ich zurückkomme, und offen gesagt hat die Pflicht gerufen“, sagte der 65-jährige Lafley in einer Telefonkonferenz. „Ich bin zurück. Ich bin voll da, ich setze mich ein.“

Von 2000 bis 2009 war Lafley bereits Vorstandschef des Unternehmens mit Sitz in Cincinnati. In seine Zeit fallen Mega-Übernahmen wie die des Rasiererherstellers Gillette und des Batterieproduzenten Duracell für 57 Milliarden Dollar. Er kaufte auch den deutschen Haarpflegespezialisten Wella. Lafley gilt als Manager-Idol, einen Karriereratgeber über erfolgreiche Unternehmensführung hat er seit seinem Ausscheiden bei Procter & Gamble bereits veröffentlicht (hier die Rezension). Der Versuch, alle Märkte, Kunden und Vertriebswege auf einmal einzunehmen, sei falsch, schreibt er darin unter anderem. Es sei besser Schritt für Schritt vorzugehen.

Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sei schon im Sommer vergangenen Jahres über eine Ablösung des glücklosen McDonald beraten worden. Im Sommer 2009 war er angetreten und mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Nach der Finanzkrise schrumpfte die Lust der Amerikaner auf die meist hochpreisigen Produkte wie Waschmittel oder Zahnpasta. Der Konsumgüterriese sollte vor allem im Ausland das schwächelnde Geschäft auf dem Heimatmarkt kompensieren. Die Strategie brachte McDonald Kritik ein, da er nicht schnell genug die Ausgaben an die sich verändernden Markt angepasst habe.

Beobachter des Unternehmens sind angesichts der Nachfolgelösung überrascht. „Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet Procter & Gamble den Posten nicht auf klassische Weise neu besetzt hat“, sagt Christoph Kleinen von der Personalberatung Heidrick & Struggles zu Handelsblatt Online. „Kaum ein Unternehmen setzt so viel Wert auf hausinterne Karriereplanung.“

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Abschiedsinterview im Handelsblatt

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Die Pläne des Nachfolgers

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