Chilenisches Toilettenpapier-Kartell
Betrügerische Machenschaften mit dem großen Geschäft

Für einen sauberen Popo haben Chilenen zu viel bezahlt. Ein Toilettenpapier-Kartell hat mit Mafia-Methoden die Klorollen-Preise in die Höhe getrieben. Nun müssen sich die Firmen für das schmutzige Geschäft verantworten.

Santiago de ChileChilenen haben jahrelang zu viel für Toilettenpapier gezahlt. Mehr als zehn Jahre, von 2000 bis mindestens 2011, hätten sich zwei große Toilettenpapier-Hersteller zu einem Kartell zusammengeschlossen, teilte die chilenische Kartellbehörde FNE am Donnerstag (Ortszeit) in Santiago de Chile mit. Die Firmen CMPC Tissue und SCA Chile hätten sich im Jahr 2000 zusammengetan, um einen neuen Rivalen aus den Markt zu drängen.

Mitarbeiter der beiden Firmen gingen der Anklageschrift zufolge wie in einem Mafiafilm vor: Sie kommunizierten über Prepaid-Karten, warfen Computer in Abwasserkanäle, um Beweismittel zu vernichten, und trafen sich für geheime Absprachen in Feuerwachen.

Beide Firmen haben zusammen einen Umsatz von rund 400 Millionen Dollar (rund 360 Millionen Euro) und kontrollieren 90 Prozent des chilenischen Toilettenpapier-Marktes. Das Kartell sprach sich auch bei anderen Produkten wie Papierservietten oder Taschentüchern ab.

Weil CMPC Tissue mit den Behörden kooperierte, muss nur SCA Chile eine Strafe zahlen. Sie liegt laut FNE bei 15,5 Millionen Dollar, etwa 14 Millionen Euro. Chiles Präsidentin Michelle Bachelet kündigte an, ein Gesetz zur strikteren Bestrafung von Kartellvergehen schneller auf den Weg bringen zu wollen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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