Chinesischer Partner
Karstadt will Importeure ausbooten

Der Essener Karstadt-Quelle-Konzern plant, parallel zum Verkauf seiner Einkaufsgesellschaft KQIS auf einen erheblichen Teil seiner Importeure zu verzichten. „Wir werden den Anteil unserer Direkteinfuhren kurzfristig von 25 auf 33 Prozent erhöhen“, kündigte Einkaufsvorstand Helmut Merkel im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

ESSEN. Direkt geordert werden soll vor allem Ware für das Eigenmarken-Programm, das deutlich ausgebaut werde.

Erstmals nannte Merkel, der am heutigen Dienstag die Leitung der Warenhaussparte an den Ex-Tchibo-Vorstand Peter Michael Wolf abgibt, auch Details über die Vereinbarungen mit dem KQIS-Käufer Li & Fung. Mit dem chinesischen Handelshaus hatte sich der Warenhaus- und Versandkonzern vor wenigen Wochen darauf verständigt, die von der Schweiz aus operierende Karstadt-Quelle International Services (KQIS) im Rahmen eines Firmenverkaufs an den Vertragspartner in Hongkong abzutreten. KQIS beschäftigte zuletzt rund 1 100 Mitarbeiter in weltweit 27 Einkaufsbüros. „Die Zusammenarbeit für unsere Marke ,Globetrotter’, die seit drei Jahren läuft, macht uns sehr optimistisch“, sagte er.

Li & Fung, präzisierte Merkel die Vereinbarung, werde keineswegs den kompletten Auslandseinkauf übernehmen. Die Entwürfe für die Eigenmarkenkollektionen sollen nach seiner Auskunft in der Hand von Karstadt-Quelle bleiben, ebenso die Konditionenverhandlungen mit den einzelnen Lieferanten. „Li & Fung übernimmt lediglich einzelne Dienstleistungen, die keinesfalls zu den Kernkompetenzen eines Handelskonzerns zählen“, verteidigt Merkel seine Strategie.

Konkret sei dies vor allem die Musterung der im Auftrag gefertigten Ware bei den Lieferanten vor Ort. Auch die Qualitätssicherung übernehme Li & Fung für Karstadt-Quelle – die wurde ohnehin bereits vielfach für die Essener von Dienstleistern im Ausland übernommen. Zudem wickelt Li & Fung künftig den Zahlungsverkehr ab und streicht dafür von Karstadt eine Gebühr ein. „Die Kosten sind für uns deutlich unter dem, was wir üblicherweise Importeuren zu zahlen haben“, sagt Merkel, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen.

Seite 1:

Karstadt will Importeure ausbooten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%