Chips, Tampons, Energy-Drink billiger

Lidl verschärft den Preiskrieg mit Aldi

Die großen Discounter verlieren erstmals seit Jahren wieder an Marktanteilen. Mit aggressiven Preissenkungen bei Markenprodukten wollen sie wieder den Umsatz steigern. Jetzt schlägt Lidl zu – die Branche zittert.
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Lidl senkt die Preise und will Aldi ein Schnippchen schlagen. Quelle: dpa
Discounter-Wahl

Lidl senkt die Preise und will Aldi ein Schnippchen schlagen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfGute Nachrichten für Verbraucher, schlechte für Einzelhändler: Der Discounter Lidl hat für beliebte Markenprodukte deutlich die Preise gesenkt. So kostet zum Beispiel Lenor Weichspüler nur noch 1,75 Euro statt 1,95 Euro. Tampons der Marke o.b. kosten jetzt nur noch 4,25 Euro statt 4,45 Euro. Zuvor schon hatte Lidl die Verkaufspreise für den Energy-Drink Red Bull und für Chips von Funny Frisch massiv gesenkt.

Damit eröffnet Lidl die nächste Runde in einem neuen Preiskrieg, den Konkurrent Aldi begonnen hatte. So hatte Aldi Süd die Chips von Funny Frisch zunächst als Sonderangebot für 1,29 Euro ins Regal gelegt, diesen Preis dann aber zum Dauerpreis gemacht. Das wollte Lidl nicht auf sich sitzen lassen und unterbot dies mit 1,19 Euro erneut. Auch bei Red Bull hatte Aldi vorgelegt und so Lidl zu einer Preissenkung von 1,49 Euro auf jetzt 95 Cent pro Dose gezwungen.

Mit der aggressiven Preispolitik wollen die Discounter verlorene Marktanteile von Vollsortimentern wie Rewe und Edeka zurückgewinnen. Jahrelang hatten Lidl und Aldi bei den preissensiblen Deutschen gepunktet und ihre Umsätze gesteigert. Doch dieser Trend hat sich im vergangenen Jahr gedreht. Erstmals seit Jahren wachsen die Supermärkte wieder viel stärker als die Discounter, wie die jüngsten Daten des Reports „EHI Handelsdaten aktuell 2015“ zeigen.

Das Wachstum der Supermärkte, sowohl bei kleinen als auch bei großen, fiel nach den Daten des Handelsinstituts EHI in 2014 mit durchschnittlich 2,8 Prozent doppelt so hoch aus wie das der Lebensmitteldiscounter. Es könne als deutlicher Indikator dafür gesehen werden, dass Verbraucher Vielfalt und Einkaufsatmosphäre beim Einkaufen wieder mehr zu schätzen wissen, so die Experten.

Nun kontern die Discounter über den Preis. „Egal ob Eigenmarke oder Markenprodukt, wir möchten unseren Kunden im gesamten Sortiment ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Daher haben wir uns entschieden, nochmals aktiv an unsere Preisgestaltung zu gehen“, sagt Geert van der Velden, in der Geschäftsleitung von Lidl Deutschland verantwortlich für den Einkauf.

In der Branche wird dieses Kräftemessen mit Sorge verfolgt. Denn viele Supermärkte mit ihren ungünstigeren Kostenstrukturen können den Wettkampf nicht mitgehen. Trotzdem werden sie nicht darum herumkommen, für die betroffenen Produkte die Preise zumindest teilweise zu senken. Die größte Angst der Supermärkte: Immer mehr Markenartikler wollen mit Aldi ins Geschäft kommen. Und dann könnte sich der Preiskrieg auf immer mehr Produkte ausweiten.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

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