Clas Ohlson startet in Deutschland

Die Schweden wollen es wissen

Ob Ikea, H&M oder Stadium – viele Handelskonzerne aus Schweden feiern hierzulande großen Erfolg. Ein weiterer steht nun in den Startlöchern: Der Traditionshändler Clas Ohlson eröffnet seine erste Filiale in Hamburg.
Büroklammer, Schrauben, Werkzeuge: Der schwedische Handelskonzern Clas Ohlson eröffnet am Donnerstag seine erste Filiale in Deutschland. Quelle: Clas Ohlson Presse
„Moderner Eisenwarenhandel“

Büroklammer, Schrauben, Werkzeuge: Der schwedische Handelskonzern Clas Ohlson eröffnet am Donnerstag seine erste Filiale in Deutschland.

(Foto: Clas Ohlson Presse)

Stockholm, HamburgFast jeder Schwede hat hier schon eingekauft, das Unternehmen kommt in Romanen vor und wurde mehrfach besungen: Clas Ohlson zählt zu den Ikonen der schwedischen Wirtschaft. Der Name ist jedem Bürger ein Begriff, denn der Katalog der Handelskette liegt in nahezu jedem schwedischen Haushalt. Einen großen Unterschied zu Weltkonzernen wie Ikea, H&M oder Volvo gibt es aber: Clas Ohlson, der moderne Eisenwarenhandel, wie der Konzern sein Konzept am liebsten beschrieben sehen will, ist in Deutschland noch so gut wie unbekannt. Das soll sich jetzt ändern.

Am Donnerstag dieser Woche eröffnet das erste Clas-Ohlson-Geschäft in Hamburg. In bester Lage am Jungfernstieg wollen die Schweden beweisen, dass ihr Konzept auch in Deutschland aufgeht. „Wohnen, Heimwerken, Elektro, Multimedia, Freizeit, Ersatzteile“ – so werben die Schweden derzeit für ihren Gemischtwarenladen.

Und die Premiere wird mit einigem Aufwand vorbereitet: Die zentrale unterirdische S-Bahn-Station Jungfernstieg ist seit Wochen in der Firmenfarbe hellblau tapeziert. Abbildungen von Produkten aus dem Sortiment – von der Haushaltsleiter bis zum Smartphone – sollen den Hamburger Pendlern nahebringen, was sie erwartet.

Der Standort ist ungewöhnlich für einen Laden, der keine Mode anbietet: Die neue Filiale entsteht direkt an der Binnenalster am Jungfernstieg – eine traditionelle Lage für hochpreisige Mode, nur wenige Meter vom noblen Shopping-Tempel Alsterhaus entfernt. Zwei weitere Filialen testet Clas Ohlson im Jahresverlauf an weniger exponierten Stellen – aber doch in guten Lagen. Die Schweden gehen in eine ehemalige Zara-Filiale im Nebenzentrum am Altonaer Bahnhof und ziehen in ein großes Hamburger Einkaufszentrum ein.

Das sind die beliebtesten Händler Deutschlands
Platz 20: C&A
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Schlechter Service wird bei den großen Handelsmarken offenbar immer seltener. Das fand nun eine Studie zur Kundenzufriedenheit der Unternehmensberatung OC&C heraus: „In den vergangenen fünf Jahren ist beim Service verdammt viel passiert. Das verdanken die Kunden dem Druck, den Amazon gemacht hat“, sagt OC&C-Partner Christian Ziegfeld.

Die Modekette C&A landet in diesem Ranking auf Platz 20. Das sind allerdings keine guten Nachrichten für das Unternehmen: Im vergangenen Jahr lag man noch sieben Plätze besser platziert.

Mehr zu der Studie lesen Sie hier.

Platz 19: Peek & Cloppenburg
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Ähnlich sieht es beim Konkurrenten P&C aus, auch hier ging es sieben Plätze nach unten. Tatsächlich waren die Service-Angebote aus dem Netz für viele stationäre Händler aber ein heilsamer Schock: großzügigste Umtauschregeln, scheinbar unbegrenzte Sortimente, hohe Preistransparenz. Damit konnte sich vor allem der US-Angreifer Amazon zunächst deutlich von den traditionellen Händlern absetzen. Doch offenbar haben diese die Botschaft verstanden: In den jährlichen OC&C-Studie zur Kundenzufriedenheit steigt das Niveau deutlich. Diejenigen Kunden, die einen Laden oder einen Webshop in Deutschland nutzen, sind im Schnitt deutlich zufriedener als noch vor wenigen Jahren.

Platz 18: Lidl
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Der Discounter Lidl landet auf Platz 18. Die deutschen Händler schließen bei der Kundenzufriedenheit insgesamt zu Amazon auf. Einheitlich ist das Bild jedoch nicht: Einige Händler können sich besonders verbessern, andere fallen zurück. Lidl hat im Vergleich zum Vorjahr drei Plätze gewonnen.

Platz 17: s.Oliver
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Die Modekette s.Oliver kommt auf den 17. Platz im Ranking der Kundenzufriedenheit, einen Rang schlechter als im Vorjahr.

Platz 16: Bonprix
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Auf Platz 16 kommt Bonprix. Die Modekette konnte drei Plätze gewinnen.

Eine bessere Wahrnehmung beim Kunden funktioniert über verschiedene Wege: Karstadt (Platz 43) etwa arbeitet sich langsam nach vorn. Das liegt allerdings nach Meinung von Ziegfeld auch dran, dass die angeschlagene Warenhauskette durch mehrere Strategiewechsel etliche kritische Kunden vergrault hat und somit unter der gesunkenen Gesamtkundenanzahl prozentual mehr überzeugte Karstadt-Fans verbleiben.

Platz 15: Globus
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Die SB-Warenhauskette Globus kommt bei der Kundenzufriedenheit auf Platz 15. Damit verliert die Kette acht Plätze im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 14: Kaufland
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Der nächst Discounter im Ranking: Kaufland erreicht mit Platz 14 einen fünf Plätze schlechteren Rang als noch im Vorjahr.

Clas-Ohlson-Chef Klas Balkow zeigt sich erfolgssicher: „Deutschland ist ein Markt, den wir seit einigen Jahren beobachten“, erklärte er dem Handelsblatt. „Wir glauben, dass unser Konzept die deutschen Verbraucher ansprechen wird“. Balkow, der den börsennotierten Konzern seit 2007 leitet, gibt sich selbstsicher, da Clas Ohlson „zu den stärksten Markennamen in Nordeuropa zählt“, wie er sagte. „Unser Konzept hat das Potenzial, auch auf dem deutschen Markt so stark zu werden“.

Der Konzern, der 1918 in Insjön, im Herzen der mittelschwedischen Provinz Dalarna als Versandhandel gegründet wurde, betreibt rund 200 Geschäfte in Schweden, Norwegen, Finnland, Großbritannien und den Vereinigten Emiraten und setzt mit seinen 4700 Mitarbeitern mehr als 7,5 Milliarden Kronen (803 Millionen Euro) im Jahr um.

Die Strategie: Etablierung in besten Lagen
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