Cleber Warum US-Trekker auf Kuba nicht pflügen

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Traktor bekam präsidiale Unterstützung
Der einstige US-Präsident (r.) kündigte bereits die erste reine US-Firma seit mehr als einem halben Jahrhundert auf Kuba an. Quelle: dpa
Barack Obama

Der einstige US-Präsident (r.) kündigte bereits die erste reine US-Firma seit mehr als einem halben Jahrhundert auf Kuba an.

(Foto: dpa)

Der damalige US-Präsident Barack Obama preschte bei seinem Besuch im März 2016 schon vor und kündigte an, Cleber werde als erste reine US-Firma seit mehr als einem halben Jahrhundert in Kuba produzieren. Firmen-Chef Berenthal, der selbst aus Kuba stammt, gab der kommunistischen Parteizeitung „Granma“ ein Interview. Alles deutete darauf hin, dass Cleber eine Genehmigung erhalten würde. Doch dann wurde der Antrag überraschend abgelehnt.

„Das hat uns nicht interessiert. Es handelt sich um sehr einfache Technologie. Wir wollen hier vor allem Unternehmen der Hochtechnologie ansiedeln“, sagt Wendy Miranda Borroto, die die Genehmigungsverfahren in Mariel überwacht.

Platz gibt es in der Sonderwirtschaftszone westlich von Havanna mehr als genug. Auf dem 465 Quadratkilometer großen Gelände haben sich vier Jahre nach der Eröffnung gerade einmal 24 Firmen angesiedelt, nur neun von ihnen produzieren schon. Die Unternehmen sind mitnichten alle in der High-Tech-Branche aktiv. Vielmehr beherrschen Logistik-, Lebensmittel- und Baufirmen das Bild.

Obwohl es das erklärte Ziel Kubas ist, mehr ausländische Investoren anzuziehen, tut sich die sozialistische Regierung bei der Umsetzung schwer. „Kuba ist nicht gerade das attraktivste Ziel für ausländische Investoren“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Ricardo Torres vom Forschungszentrum der kubanischen Wirtschaft an der Universität von Havanna. „Alle Entscheidungen müssen auf höchster Ebene getroffen werden. Das macht die Genehmigungsverfahren sehr langwierig.“

Womit Bauern ihr Geld verdienen
Pflanzen
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Von Brotweizen über Wein, Kartoffeln und Möhren bis Zuckerrüben: Was 2016 auf deutschen Äckern wuchs, hat einen Wert von 23,9 Milliarden Euro, knapp drei Prozent weniger als im Vorjahr. Das ergibt sich aus Daten der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI). Wichtigste Posten sind Getreide und Futterpflanze.

Vieh
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Ebenso wichtig ist, was die Bauern im Stall herstellen: Fleisch, Milch und Eier. Im vergangenen Jahr lag der Produktionswert laut AMI bei 23,5 Milliarden Euro, vier Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem am gesunkenen Milchpreis. Aber auch das Fleisch von Rindern, Schweinen und Geflügel sowie Eier wurden günstiger. Tausende Betriebe bieten auch Pferde-Stellplätze, viele sind Reiterhöfe.

Strom
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Gülle, Mist und Mais werden zu Biogas vergoren, auf dem Scheunendach glänzen Solarzellen und überm Acker drehen sich Windräder: Viele Bauern erzeugen Energie, insgesamt waren es im vorletzten Jahr 8.200 Megawatt – die Leistung von etwa vier Atomkraftwerken. „Von Landwirt zum Energiewirt“, war lange ein Schlagwort. Knapp 5,7 Milliarden Euro setzten die Bauern mit Strom um, wie der Bauernverband schätzt.

Urlaub
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Natur und Tiere, frische Lebensmittel und manchmal Mithilfe im Stall – das ist Urlaub auf dem Bauernhof. Rund 10.000 der etwa 280.000 Höfe in Deutschland haben Feriengäste. Die Ferienwohnungen und Gästezimmer werden immer besser gebucht. Besonders im Sommer bleibt auf dem Hof kaum noch ein Bett frei, wie aus Daten der Bundesarbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof hervorgeht. Die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro wurde nach einer Studie des Agrarministeriums schon 2011 überschritten. Manche Betriebe mausern sich zu Erlebnisbauernhöfen – mit Kutschfahrten und Maislabyrinth.

Wald
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Knapp die Hälfte des deutschen Waldes ist Privatbesitz, jeder zehnte Hektar gehört nach der Agrarstrukturerhebung einem Landwirt. Die Preise für Holz sind zwar in den vergangenen beiden Jahren leicht gesunken, liegen aber immer noch bis zur Hälfte höher als etwa vor einem Jahrzehnt.

Hofläden
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Sie sind für viele ein wichtiger Nebenverdienst. Die Käufer sind oft Stammkunden und bereit, auf dem Hof mehr zu bezahlen als im Discounter – und im Gegenzug den Erzeuger zu kennen und genauer zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. 1,3 Milliarden Euro nahmen die Bauern 2015 über Direktvermarktung ein, wie eine Untersuchung der AMI ergab. Doch vom neuen Regional-Trend profitieren die Hofläden nicht. Denn auch Supermärkte setzen auf örtliche Marken.

Andere Berufe
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Für die Hälfte der Bauern ist der Hof nur ein Nebenerwerb – die Haupteinnahmequelle ist eine andere: Viele sind Facharbeiter, Arbeiter und Angestellte. Geackert und gefüttert wird vor der Arbeit und nach Feierabend, an Wochenenden und im Urlaub.

Dabei ist Kuba auf ausländisches Kapital angewiesen. Im vergangenen Jahr sank die Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent, der wichtigste Handelspartner Venezuela steckt in einer schweren Krise. „Um voranzukommen, brauchen wir Investitionen aus dem Ausland“, sagt Ökonom Pulido. „Es gibt zwar Interesse, aber die bürokratischen Verfahren gehen nicht schnell genug.“

Trotz aller Rückschläge will Cleber nicht aufgeben. Zunächst werde nun geprüft, ob die Firma ein Vertriebsbüro einrichten und die Traktoren nach Kuba exportieren könne, sagt Clemmons. Sollte das Handelsembargo aufgehoben werde, wolle er sich erneut um eine Genehmigung für eine Fabrik in Mariel bemühen.

„Wir geben uns nicht geschlagen. Das ist ein langfristiges Projekt“, sagt sein Kompagnon Berenthal. Seine Traktoren sind nach Oggún benannt, dem Schutzheiligen der Schmiede in der Santería-Religion. Ein bisschen himmlischer Beistand kann im Kampf mit der kubanischen Bürokratie bestimmt nicht schaden.

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