Cleber: Traktor bekam präsidiale Unterstützung

Cleber
Warum US-Trekker auf Kuba nicht pflügen

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Traktor bekam präsidiale Unterstützung

Der damalige US-Präsident Barack Obama preschte bei seinem Besuch im März 2016 schon vor und kündigte an, Cleber werde als erste reine US-Firma seit mehr als einem halben Jahrhundert in Kuba produzieren. Firmen-Chef Berenthal, der selbst aus Kuba stammt, gab der kommunistischen Parteizeitung „Granma“ ein Interview. Alles deutete darauf hin, dass Cleber eine Genehmigung erhalten würde. Doch dann wurde der Antrag überraschend abgelehnt.

„Das hat uns nicht interessiert. Es handelt sich um sehr einfache Technologie. Wir wollen hier vor allem Unternehmen der Hochtechnologie ansiedeln“, sagt Wendy Miranda Borroto, die die Genehmigungsverfahren in Mariel überwacht.

Platz gibt es in der Sonderwirtschaftszone westlich von Havanna mehr als genug. Auf dem 465 Quadratkilometer großen Gelände haben sich vier Jahre nach der Eröffnung gerade einmal 24 Firmen angesiedelt, nur neun von ihnen produzieren schon. Die Unternehmen sind mitnichten alle in der High-Tech-Branche aktiv. Vielmehr beherrschen Logistik-, Lebensmittel- und Baufirmen das Bild.

Obwohl es das erklärte Ziel Kubas ist, mehr ausländische Investoren anzuziehen, tut sich die sozialistische Regierung bei der Umsetzung schwer. „Kuba ist nicht gerade das attraktivste Ziel für ausländische Investoren“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Ricardo Torres vom Forschungszentrum der kubanischen Wirtschaft an der Universität von Havanna. „Alle Entscheidungen müssen auf höchster Ebene getroffen werden. Das macht die Genehmigungsverfahren sehr langwierig.“

Dabei ist Kuba auf ausländisches Kapital angewiesen. Im vergangenen Jahr sank die Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent, der wichtigste Handelspartner Venezuela steckt in einer schweren Krise. „Um voranzukommen, brauchen wir Investitionen aus dem Ausland“, sagt Ökonom Pulido. „Es gibt zwar Interesse, aber die bürokratischen Verfahren gehen nicht schnell genug.“

Trotz aller Rückschläge will Cleber nicht aufgeben. Zunächst werde nun geprüft, ob die Firma ein Vertriebsbüro einrichten und die Traktoren nach Kuba exportieren könne, sagt Clemmons. Sollte das Handelsembargo aufgehoben werde, wolle er sich erneut um eine Genehmigung für eine Fabrik in Mariel bemühen.

„Wir geben uns nicht geschlagen. Das ist ein langfristiges Projekt“, sagt sein Kompagnon Berenthal. Seine Traktoren sind nach Oggún benannt, dem Schutzheiligen der Schmiede in der Santería-Religion. Ein bisschen himmlischer Beistand kann im Kampf mit der kubanischen Bürokratie bestimmt nicht schaden.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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